Samstag, 27. Juni 2026

Iron Man 2 (2010)

🎬 Weiter geht die Aufholjagd, um fürs kommende Kinojahr gerüstet zu sein. Besonders Iron Man 2 ist vermutlich stärker als jede andere Marvel-Verfilmung eine direkte Vorgeschichte zum Avengers-Film.

Also ran an den Speck – den Film habe ich mir erst kürzlich im Angebot auf DVD zugelegt, und natürlich habe ich ihn auch im Kino gesehen. Pflichtprogramm für einen Marvel-Zombie wie mich …

⚠️ Inhalt mit Spoiler

Tony hat mehrere Probleme.

Als erster offener Superheld der Welt hat er keine ernsthaften Gegner mehr und feiert sich selbst als Garanten des Weltfriedens. Doch das ist sein kleinstes Problem: Die Regierung will, dass Stark seine Technik herausgibt, damit das Militär sie nutzen kann. Tony bleibt stur: Er glaubt, niemand könne seine Erfindung kopieren.

💔 Schlimmer ist jedoch sein persönliches Problem: Sein künstliches Herz hält ihn am Leben, vergiftet ihn aber gleichzeitig. Es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis Tony stirbt. Er übergibt die Leitung von Stark Industries an Pepper Potts.

⚡ Währenddessen taucht ein neuer Gegner auf: der russische Wissenschaftler Ivan Vanko, der Rache will, weil Tonys Vater Howard Stark einst seinen Vater aus dem Arc-Reaktor-Forschungsteam warf. Vankos Vater starb verarmt in Sibirien, und Ivan schwört Rache. Unter dem Namen Whiplash baut er sich einen eigenen Kampfanzug mit zwei Energiepeitschen und attackiert Tony in Monaco. Iron Man gewinnt zwar, doch sein Image ist angeschlagen.

🏭 Waffenfabrikant Justin Hammer, Tonys Konkurrent, nutzt die Gelegenheit: Er holt Whiplash aus dem Gefängnis, um ihn für sich arbeiten zu lassen. Der Russe entwickelt jedoch keine Anzüge, sondern Kampfdrohnen, die er heimlich fernsteuert. Gleichzeitig bekommt das Militär dank Rhodey, der Tonys Rüstung während einer Partyeskapade stiehlt, einen eigenen Iron-Man-Anzug. Hammer glaubt, er habe nun alles im Griff und präsentiert seine Drohnen stolz der Öffentlichkeit.

💥 Natürlich läuft alles schief: Whiplash übernimmt die Kontrolle über die Drohnen und greift an. Iron Man und War Machine müssen gemeinsam ran. Nach dem Kampf besiegen sie Whiplash ein zweites Mal. S.H.I.E.L.D., unterstützt von Black Widow, räumt auf, und Tony bekommt dank Fury sogar Hilfe bei seiner Vergiftung.

🛡️ Am Ende soll Tony künftig als Berater des Avengers-Programms fungieren.

🔨 In der Post-Credit-Szene: Ein S.H.I.E.L.D.-Agent erreicht New Mexico. Im Krater liegt ein großer Hammer.

👥 Cast

Die Besetzung bleibt weitgehend gleich:

Robert Downey Jr. als Tony Stark, Gwyneth Paltrow als Pepper Potts, Jon Favreau als Happy Hogan und Regisseur.

Neu dabei: Don Cheadle, der Terrence Howard als Rhodey ersetzt; Mickey Rourke als russischer Fiesling Whiplash; Sam Rockwell als Justin Hammer; Samuel L. Jackson als Nick Fury, nun offiziell Teil des MCU, und erstmals Scarlett Johansson als Black Widow.

🧨 Kritik

Tja … im Gegensatz zum ersten Film war Iron Man 2 für mich eine kleine Enttäuschung. Man rechnete mit vielem, aber nicht mit so viel Füllmaterial.

🎸 Schon der Einstieg: Die Musik im ersten Teil war cool und trug Szenen wie Tonys ersten Flug. Hier wirkt sie oft aufgesetzt. Paradebeispiel: Iron Man vs. War Machine auf der Party zu Another One Bites the Dust. Das ist so gewollt „cool“, dass es fast schmerzt.

🤖 Auch der Humor wirkt gezwungen. Im ersten Film waren Tonys Dialoge mit seinen tollpatschigen Robotern noch charmant, hier fühlt es sich an wie eine Wiederholung ohne Esprit.

Die Darsteller machen ihre Sache gut, können aber gegen die lahme, überladene Story wenig ausrichten. Es ist einfach zu viel auf einmal: Black Widow, S.H.I.E.L.D., Vergiftung, Regierung, War Machine, Hammer und Whiplash.

Das wirkt unausgegoren, und wieder fehlt ein wirklich gefährlicher Gegner.

🦹 Ich gebe zu: Iron Man hat nicht viele ikonische Feinde. Der Mandarin wäre naheliegend gewesen, der wurde im ersten Film sogar schon angedeutet. Aber Whiplash ist und bleibt ein B-Schurke. Bei beiden Kämpfen hat Iron Man kaum Mühe, ihn zu besiegen. Da denkt man sich: „Was, das war der große Endkampf?“

Stattdessen bekommen wir zig Szenen mit S.H.I.E.L.D. und Black Widow. Diese ganze Verbindung zum Rächer-Plot wirkt überflüssig und schadet dem Film eher, als dass sie ihm hilft.

🧠 Was ich mir gewünscht hätte

Marvel-Helden haben alle ein Grundthema:

Die X-Men handeln von Diskriminierung, Spider-Man vom kleinen Mann, Captain America von Idealen und Politik, und Iron Man sollte vom Waffenhändler handeln, der sich seiner eigenen Vergangenheit stellt.

Das steckt zwar irgendwo drin, Whiplash als Echo von Starks Fehlern, aber es geht im Chaos unter. Warum nicht einfach den Mandarin nehmen, als Terrorchef, dessen „Zehn Ringe“ keine magischen Artefakte, sondern Zellen seines Netzwerks sind? Dann hätte man B-Schurken wie Whiplash oder Whirlwind als Unterbosse einbauen können. Stattdessen wollte man zu viel und verlor den Fokus.

📚 Comic- vs. Filmfiguren

🦾 Iron Man:
Wie im ersten Film perfekt getroffen. Downey Jr. hat sichtbar Spaß und trägt den Film.

🚀 War Machine:
Don Cheadle ersetzt Terrence Howard. Weniger Charisma, aber solide. Howard war für mich die bessere Besetzung.

⚡ Whiplash:
Ein klassischer B-Schurke. Im Film aufgewertet, aber letztlich blass. Marvel brachte danach tatsächlich einen neuen Whiplash-Charakter in den Comics mit ähnlicher Backstory.

🏭 Justin Hammer:
In den Comics ein alter, manipulativer Industrieller. Im Film ist er jung, nervös und wirkt oft wie ein überforderter Idiot, was schade ist.

🕷️ Black Widow:
In den Comics ursprünglich eine russische Spionin, später Avenger-Mitglied. Im Film wird sie direkt als S.H.I.E.L.D.-Agentin eingeführt. Schade, ich hätte ihre klassische Herkunft lieber gesehen.

🏁 Fazit

Laut Disney-Timeline steht jetzt Iron Man 2 auf dem Plan, und nach dem wirklich starken ersten Teil kann man eigentlich nahtlos weitermachen. Ich hatte ihn schlechter in Erinnerung, als er ist.

Was den Film rettet, ist Robert Downey Jr. Er trägt Tony Stark mit Arroganz, Witz, Verletzlichkeit und Selbstironie durch fast jede Szene. Auch Pepper, Rhodey, Happy und Fury funktionieren grundsätzlich. Das Problem ist eher, dass der Film zu viel gleichzeitig sein will.

Tonys Vergiftung, seine Vaterprobleme, die Regierung, War Machine, Black Widow, S.H.I.E.L.D., Justin Hammer, Whiplash und die Vorbereitung auf Avengers: Das ist eine ganze Menge für einen Film, der eigentlich Tonys zweite große Charakterprüfung sein sollte. Stattdessen fühlt sich Iron Man 2 stellenweise weniger wie eine eigenständige Fortsetzung an, sondern wie ein Trailer für kommende Attraktionen.

Die Gegner helfen dabei nicht. Hammer ist unterhaltsam, aber keine echte Bedrohung. Whiplash hat eine interessante Verbindung zu Tonys Vergangenheit, wird aber zweimal erstaunlich schnell abgefertigt. Seine Drohnen wirken am Ende eher wie Deko für den großen War-Machine-Moment.

Trotzdem: Der Film ist kein Reinfall. Die Action ist solide, Downey Jr. bleibt großartig, und als Bindeglied auf dem Weg zu Avengers erfüllt er seinen Zweck. Nur nach dem starken ersten Teil ist das eben deutlich weniger als erhofft.

Unterm Strich: kein Meilenstein, kein Totalausfall, sondern grundsolide Superheldenkost.

⭐ Gesamt: 6/10

KategorieWertungBegründung
Story⭐⭐⭐☆☆Viele gute Ansätze, aber zu überladen
Darsteller⭐⭐⭐⭐☆Downey Jr. trägt den Film, Rockwell bringt Energie, Rourke bleibt blass
Action⭐⭐⭐☆☆Solide, aber nicht so frisch wie im ersten Teil
Humor⭐⭐⭐☆☆Funktioniert stellenweise, wirkt aber öfter erzwungen
MCU-Aufbau⭐⭐⭐⭐☆Wichtig für Avengers, aber genau das schwächt den Einzelfilm
Schurken⭐⭐☆☆☆Hammer unterhaltsam, Whiplash verschenkt
Wiedersehwert⭐⭐⭐☆☆Gut guckbar, aber klar schwächer als Teil 1

Endwertung: 6 von 10 Punkten
Ein brauchbarer, aber überladener MCU-Baustein. Robert Downey Jr. rettet viel, doch der Film steht zu oft mit einem Bein schon bei Avengers und vergisst dabei, selbst richtig groß zu werden.

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