Samstag, 6. Juni 2026

Captain America – The First Avenger (2011)

Auf meinem alten Blog hatte ich bis etwa 2015 schon alle MCU-Filme gelistet – und natürlich kommen sie auch hier wieder. Dank Disney Plus habe ich sie nun alle bequem im Stream und werde jeden Samstag einen Film besprechen, bis wir am bitteren Ende angekommen sind.

Und mehr noch: Ich schaue sie in der Reihenfolge, die Disney als „chronologisch richtig“ angibt – also nach der internen Zeitlinie des Marvel-Universums, nicht nach Erscheinungsdatum. Das mache ich ganz bewusst, um zu testen, ob das wirklich funktioniert oder ob es nur ein Marketing-Gag ist.

Ihr bekommt hier also kein Copy-&-Paste meiner alten Texte, sondern neue Sichtungen und neue Fazits – frisch, ungeschönt und garantiert subjektiv.

Wir starten im MCU also nicht mit Iron Man (2008), sondern mit Captain America: The First Avenger (2011).
Also: Willkommen im Marvel Cinematic Universe – wir schauen bis zum bitteren Ende.

Denn wie heißt mein Blog so schön?
👉 Ich hab’s trotzdem gesehen!


Inhalt mit Spoiler

Steve Rogers ist ein schmächtiger Kerl mit großem Herzen.
Er will unbedingt in den Krieg ziehen, wird aber immer wieder als untauglich abgelehnt.
Sein bester Freund Bucky darf dagegen an die Front – wir befinden uns mitten im Zweiten Weltkrieg.

Währenddessen plant eine Nazi-Abspaltung namens Hydra finstere Dinge.
Ihr Anführer Johann Schmidt, genannt Red Skull, hat einen kosmischen Würfel gefunden – eine Energiequelle von unvorstellbarer Macht.
Mit seinem Forscher Arnim Zola will er diese Kraft für sich nutzen.

Der Überläufer Professor Erskine arbeitet jedoch am sogenannten Supersoldaten-Serum und wählt ausgerechnet den schwächlichen Steve als Testperson – weil er ein guter Mensch ist.
Das Experiment gelingt, Erskine wird aber sofort von Hydra-Attentätern erschossen.
Steve bleibt der einzige Supersoldat seiner Art.

Da die Armee mit einem einzelnen Mann wenig anfangen kann, wird Steve als Symbolfigur vermarktet:
Er tourt in einem Kostüm durchs Land, wirbt Kriegsanleihen und posiert als „Captain America“.
An der Front erntet er dafür Spott – bis er erfährt, dass Buckys Einheit verschollen ist.
Er bricht eigenmächtig auf, rettet seinen Freund und trifft erstmals auf Red Skull, der jedoch entkommt.

Von da an kämpft Cap gegen Hydra, doch Bucky stürzt bei einem Einsatz in den Tod.
Cap und seine Einheit fangen Zola, finden damit Hydras Hauptquartier – und stellen Skull, der mit seinem Flugzeug und dem Würfel New York zerstören will.
Im finalen Kampf wird Skull vom Würfel aufgelöst, der daraufhin durch das Schiff ins Meer fällt.
Cap steuert die Maschine kontrolliert in den Absturz, um die Stadt zu retten, und verschwindet im Eis.

70 Jahre später wird sein Körper gefunden – und er wacht in einer fremden, modernen Welt auf.
Nick Fury begrüßt ihn mit den Worten, dass man „ein paar Dinge zu besprechen“ habe …


Anmerkungen

„The First Avenger“ – und doch der letzte, der eingeführt wird. Nimmt sieht man es nach der Veröffentlichung.
Iron Man, Hulk, Thor, Loki, Black Widow, Hawkeye und Nick Fury waren alle schon da.
Jetzt also auch Captain America und Red Skull, um das Team für The Avengers zu komplettieren.


Kritik

Chris Evans passt hervorragend in die Rolle, auch wenn ich ihn als Johnny Storm in Fantastic Four fast noch lieber mochte.
Hugo Weaving als Red Skull bleibt dagegen enttäuschend blass.
Man erfährt kaum etwas über seine Motivation, und die Erklärung für seinen roten Schädel ist – freundlich gesagt – dünn.
Die Maske sieht auch nicht besonders gut aus: als wäre sie aus Gummi.

Bucky ist gut getroffen, wenn auch etwas zu alt für die Comicvorlage.
Sein Tod wirkt unnötig – vermutlich nur, weil er in den Comics damals ebenfalls starb (und inzwischen natürlich wieder lebt, aber das wäre ein anderer Spoiler).

Die Story ist insgesamt recht flach.
Ich mochte den kosmischen Würfel schon im Comic nicht, weil er eine bequeme, unkonkrete Allzweckmacht darstellt.
Auch hier wird er kaum erklärt.
Die Figuren sind durchweg eindimensional – die Guten sind gut, die Bösen böse, fertig.
Da fehlt mir die Tiefe, die moderne Cap-Comics später hatten, etwa wenn Steve sein Land und seine Befehle infrage stellt.

Positiv: Der Film erzählt eine abgeschlossene Geschichte, die logisch in The Avengers überleitet – besser als bei Iron Man 2, der eher wie ein langer Werbefilm für das kommende Team-Up wirkte.
Schön auch der Auftritt von Howard Stark – die Verbindung zu Iron Man rundet das Ganze ab.

Nach dem Abspann gibt’s wieder eine Szene – eigentlich schon ein kleiner Trailer zu The Avengers.
Und auf der Blu-Ray gibt’s zusätzlich den Kurzfilm A Funny Thing Happened on the Way to Thor’s Hammer, in dem ein SHIELD-Agent an einer Tankstelle ein paar Banditen verprügelt. Ganz nett, aber kein Muss.


Ausblick

In den USA lief Captain America erfolgreich, in Deutschland eher verhalten.
Chris Evans hatte laut eigener Aussage für sieben Filme unterschrieben – was vermutlich Cap und Avengers-Auftritte zusammen meint.
Eine Fortsetzung ist bereits angedacht – und The Avengers steht sowieso schon in den Startlöchern.


Fazit

Cap wird oft schlechtgeredet – und der Film hat das ehrlich gesagt auch nicht verdient. Er ist nicht mies, aber eben auch kein großer Wurf. Irgendwie ein generischer Actionfilm, der ordentlich gemacht ist, aber von dem nicht allzu viel hängen bleibt – das trifft übrigens auch auf viele der frühen X-Men-Filme zu.

Red Skull sah ziemlich blöde aus, aber gut – so ist der Charakter nun mal. Die Story ist 08/15 mit ein paar netten Easter Eggs für Cap-Fans.

Chris Evans macht seine Sache solide. Traumbesetzung für die Rolle, weil er so aalglatt ist – und genau das passt perfekt zu Captain America. Ein austauschbarer Typ, der einfach Werte verkörpern soll. Die besten Cap-Storys sind ohnehin die, in denen er gegen sein eigenes Land für eben diese Werte einstehen muss – hier ist das noch nicht der Fall.

📊 Bewertungsmatrix – Captain America: The First Avenger (2011)

Story    ⭐⭐⭐☆☆  Solide Origin im Zweiten Weltkrieg, aber sehr geradlinig und ohne große Überraschungen
Darsteller  ⭐⭐⭐⭐☆  Chris Evans passt perfekt, Tommy Lee Jones und Hayley Atwell stark, Red Skull bleibt blass
Action & Effekte ⭐⭐⭐☆☆  Ordentlich inszeniert, aber selten wirklich spektakulär; Red-Skull-Maske eher Gummiabteilung
Atmosphäre  ⭐⭐⭐☆☆  Pulp, Krieg, Retro-Sci-Fi und Hydra-Wahnsinn, aber emotional etwas auf Abstand
MCU-Bedeutung ⭐⭐⭐⭐☆  Führt Cap, Red Skull, den Tesserakt und Howard Stark sauber Richtung Avengers

Fazit: Handwerklich gut, emotional egal.
🔥 Endwertung: 5 von 10 Punkten.


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