Freitag, 5. Juni 2026

Masters of the Universe (2026)

So, ich war im Kino. Sogar schon in der Vorpremiere in Kiel zum neuen Masters of the Universe-Film.

Den alten Film liebe ich ja, und ich habe ihn hier auch schon besprochen (Masters of the Universe 1987). Ich weiß, viele halten ihn für Müll. Für mich ist er aber mein Guilty Pleasure. Vielleicht sogar mehr als das. Er ist einer dieser Filme, bei denen man objektiv vieles kritisieren kann, während innerlich trotzdem irgendein kleiner Plastik-He-Man auf einem Regal steht und sagt: „Nein. Der bleibt.“

Im Vorfeld wurde über den neuen Film natürlich viel geunkt. Zu schmächtiger He-Man. Dieser eine Gesichtsausdruck auf dem Bild. Das geht gar nicht. CGI ist Müll. Ein schwarzer Man-At-Arms? Was soll der Blödsinn? Jared Leto als Skeletor? Das wird nichts. Und dann spielt der Film schon wieder auf der Erde?

So sind sie eben, die Masters-Fans. Dreißig Jahre warten sie auf einen neuen Film, und kaum kommt einer, wird er im Vorfeld komplett schlechtgemacht.

Ich selbst fand den Hauptdarsteller von der Statur her völlig okay. Der hat eine Menge Muskeln, und ehrlich gesagt ist mir so ein Darsteller lieber als ein Anabolikamonster, das dafür nicht schauspielern kann. Als Adam sah er für mich allerdings manchmal aus, als könne er nicht bis drei zählen. Gleichzeitig habe ich aber immer gesagt: Wartet doch erst mal ab. Ich freue mich erst einmal darauf.

Bei mir ist es allerdings auch ein Sonderfall. Wir hatten früher keinen Fernseher. Ich bin mit dem Spielzeug, den Comics und den Hörspielen aufgewachsen, nicht mit der Zeichentrickserie. Vielleicht ist das auch ein Grund, warum ich den Film von 1987 nie so schlimm fand. Ja, er war nicht so, wie man ihn sich vielleicht vorgestellt hatte. Aber hey, die Bösen waren doch cool.

Genauso bin ich auch an den neuen Film herangegangen: Erst mal schauen, was das wird. Nach den Trailern war ich dann sogar ziemlich gehyped. Und je höher der Hype, desto tiefer kann natürlich der Fall werden.

Als Anmerkung: Ab jetzt wird gespoilert. Und zwar richtig. Ich beschreibe die Handlung und gehe danach auch auf einzelne Entwicklungen und die Endszenen ein. Wer den Film noch nicht gesehen hat und unvorbereitet bleiben möchte, sollte hier also nicht weiterlesen.

⚙️ Inhalt mit Spoiler

Adam wird von seinem Vater in ein hartes Training geschickt, weil dieser seinen Sohn für zu weich hält. Adam hadert mit diesem Training, doch dann greift Skeletor plötzlich die Hauptstadt an. Die Königsfamilie flieht nach Grayskull, Adams Eltern werden gefangen genommen, und die Zauberin schickt Adam mit dem Schwert der Macht auf die Heimatwelt seiner Mutter.

Dort beginnt Adams Weg zurück. Beim Sturz auf die Erde verliert er allerdings das Schwert. Die nächsten fünfzehn Jahre verbringt er damit, es zu suchen.

Als erwachsener Mann findet er es schließlich wieder, und das Schwert sendet sofort Signale aus. Dadurch taucht zuerst Beast Man auf, der das Schwert an sich bringen will. Kurz darauf erscheint Teela, die Adam rettet und ihn zurück nach Eternia bringt. Dort landet er im Untergrund, wo er auf viele Leute trifft, die er noch aus seiner Kindheit kennt.

Als Kind hatte Adam diesen Männern Namen gegeben: Der Typ, der durch Wände rennen kann, wurde Ram Man. Der mit dem langen Hals wurde Mekaneck. Und der Mann mit der großen Eisenfaust wurde Fisto.

Doch Tri-Klops hat die Ankömmlinge verfolgt und findet so die Basis der Guten. Skeletor und seine Leute tauchen auf. Adam wird zum ersten Mal zum Beschützer von Grayskull, verwandelt sich mit dem Schwert und verhaut Trap Jaw. Anschließend gelingt ihm zusammen mit Man-At-Arms, Teela und Roboto die Flucht.

Skeletor verkündet daraufhin, Adam solle sich stellen, sonst würden seine Eltern sterben. Die beiden befinden sich noch immer in seiner Gefangenschaft. Also läuft Adam nach Snake Mountain und direkt in die Falle. Er wird gefangen genommen und landet im Kerker.

Skeletor hat nun, was er wollte: das Schwert. Doch als er versucht, sich damit zu verwandeln, passiert nicht das, was er erwartet. Er erhält die Macht von Grayskull nicht und ist entsprechend wütend. Evil-Lyn erklärt ihm, dass sie nach Grayskull müssten. Dort könne sie das schon richten.

Also geht es nach Grayskull.

Dort kommt es zur großen Schlacht: Masters gegen Evil Warriors. He-Man kämpft sich bis nach Grayskull durch und stellt sich Skeletor. Der zerstört das Schwert. Doch im Angesicht des Todes erkennt Adam, dass nicht das Schwert entscheidend ist, sondern er selbst. Er ist das Gefäß der Macht.

So kann er sich auch ohne Schwert verwandeln, das Schwert wiederherstellen und Skeletor schließlich besiegen und töten.

Nach dem Abspann gibt uns Orko noch eine Weisheit mit auf den Weg. Außerdem sagt die Königin zu Man-At-Arms, dass eines ihrer Kinder gerettet sei. Danach schwenkt die Szene an einen anderen Ort, und wir sehen von hinten She-Ra vor der Fright Zone. Sie wird als Captain Adora angesprochen.

Ganz zum Schluss sehen wir noch Evil-Lyn, die Skeletors Schädel einsammelt und mit ihm flieht.

Anmerkungen

Die Handlung ist, wie man sieht, eine reine Origin-Geschichte. Und das ohne besonders viele Umwege. Der Film läuft über zwei Stunden, aber die merkt man kaum. Was man allerdings merkt, sind die Charakterszenen, die fehlen, und einige sehr harte Schnitte. Ich vermute, dass man dafür einfach nicht genug Zeit hatte.

Um darauf einzugehen: Der Film ist ab 12 freigegeben, und die Action ist wirklich gut. Natürlich zerhackt He-Man hier niemanden mit seinem Schwert. Keine Fleischwunden, kein Tropfen Blut. Trotzdem ist der Film überraschend kompromisslos, denn Figuren sterben.

Skeletor bringt Moss Man sehr skrupellos um. Randor wird von der herabfallenden Decke erschlagen. Goat Man bekommt sein eigenes Horn in den Hals und wird von He-Man von Snake Mountain in Richtung Lava geworfen. Roboto wird zerstört, kann aber wieder aufgebaut werden. Trap Jaw bekommt eine Bombe in den Mund, und wir sehen anschließend seinen Gleiter explodieren, in dem er sitzt. Und Skeletor selbst stirbt am Ende ja ebenfalls, zumindest vermeintlich.

Natürlich haben wir hier auch klassische Comiclösungen. Das Ende zeigt bereits, dass Evil-Lyn Skeletor retten wird. Roboto kann wieder aufgebaut werden. Moss Man ist als Waldgeist-Wesen sicherlich irgendwie reinkarnierbar. Bei Trap Jaw sehen wir den Gleiter explodieren, aber nicht ihn selbst. Und auch bei Goat Man sieht man zwar, dass er verletzt wird, aber nicht eindeutig, wie er tatsächlich in die Lava fällt. Nur Randor stirbt wirklich, und zwar in den Armen seines Sohnes.

Und damit wären wir bei einem meiner Probleme mit dem Film: Es hätte mehr gebraucht als nur diese eine „Vater stirbt in den Armen seines Sohnes“-Szene.

Adam hätte noch eine richtige Szene mit seiner Mutter gebraucht. Das fällt alles sehr knapp aus. Genauso ist es mit der Zauberin. Sie ist da, aber wirklich nur in wenigen Szenen. Auch über Teela und ihren Vater erfährt man erstaunlich wenig. Da wird ebenfalls nur an der Oberfläche gekratzt.

Und auch hier muss ich sagen: Idris Elba ist toll als Man-At-Arms. Aber warum ist er Teelas Vater? Die beiden haben eine völlig andere Hautfarbe. Wäre es dann nicht sinnvoller gewesen, entweder Teela ebenfalls schwarz zu besetzen oder zumindest anzudeuten, dass sie sein Ziehkind ist und eigentlich eine Verbindung zur Zauberin hat? So wirkt es auf mich etwas inkonsequent.

Was man dem Film aber lassen muss: Die Darsteller haben sichtbar Spaß daran, hier dabei zu sein. Das merkt man. Allen voran Nicholas Galitzine, der sowohl als Adam als auch als He-Man wunderbar funktioniert. Natürlich sieht man schon als Adam, dass er ein Muskelberg ist. Aber das stört mich nicht. Im Gegenteil, es passt.

Es gibt auf der Erde auch eine Szene im Fitnessstudio, in der Adam auf Dolph Lundgren trifft. Das Ganze ist natürlich sehr meta. Dolph gibt ihm Tipps fürs Leben, der alte He-Man berät also den neuen. Zum Abschied macht er dann noch den Eternia-Gruß aus seinem Film. Das ist total nett, Fanservice pur, und von solchen mehr oder weniger offensichtlichen Easter Eggs gibt es im Film eine ganze Menge.

Karg ist zum Beispiel bei Skeletors Leuten mit dabei und sogar richtig aktiv im Kampf. Dann haben wir Pig Boy als Skeletors Diener. In Snake Mountain hängt an der Wand außerdem kurz eine große Affenstatue, die eindeutig Grygor darstellt. Das war eine nie produzierte Figur. Eigentlich sollte Skeletor ihn als neues Tier bekommen, aber die Toyline wurde vorher eingestellt.

Dann natürlich die Figur im Comicshop, die Adams Schwert besitzt: Das ist der Mattel-Prototyp von He-Man. Im Comicshop steht außerdem G.I. Joe von Mattel. Von dieser Reihe stammt ursprünglich auch Battle Cat, da man den Tiger einfach umbemalte und später als Reittier für He-Man und Skeletor wiederverwertete.

Und weil Amazon den ganzen Film finanziert, wird Beast Man auf der Erde natürlich von einem Amazon-Prime-Wagen umgefahren. Das sind solche Sachen, die mir schon beim ersten Schauen ins Auge gefallen sind. Da gibt es garantiert noch deutlich mehr.

Trotzdem bleibt der Film sehr knapp erzählt. He-Man sitzt im Wald fest, beschließt, nach Snake Mountain zu gehen, und in der nächsten Szene ist er da. Skeletor will von Snake Mountain nach Grayskull, und in der nächsten Szene ist auch er dort. He-Man und seine Leute folgen, und auch sie sind sofort da.

Natürlich könnte man jetzt sagen: Zeigt doch noch zwanzig Minuten, wie die Figuren durch Eternia ziehen. Dann wären wir allerdings schnell bei drei Stunden Laufzeit. Ich hätte damit kein Problem, der normale Zuschauer vermutlich schon. Und teurer würde der Film dadurch natürlich auch werden.

Man kann das leicht durchspielen: Die Truppe um He-Man trifft im Wald noch einmal auf Beast Man und weitere Wesen seiner Art. Eine kleine Sidequest. Der Effekt wäre klar: Beast Man würde mehr Profil bekommen, der Weg durch Eternia würde greifbarer wirken, und die Welt hätte mehr Raum zum Atmen. Gleichzeitig hieße das aber auch: neue CGI-Sequenzen, zusätzliche Drehzeit, mehr Aufwand, ein paar Millionen mehr. Also hat man es weggelassen.

So wirkt vieles eben sehr plötzlich.

Vielleicht hätte man dafür die Szenen auf der Erde kürzen oder ganz streichen können. Man hätte Adam auch schon als jungen Erwachsenen nach Eternia schicken können, statt als Kind. Aber dann hätte man einen Adam, der diese Welt kennt. In der jetzigen Version kommt er als jemand zurück, der mit dem Zuschauer gemeinsam über Eternia staunt. Ihm werden Dinge erklärt, und dadurch bekommt auch das Publikum seine Erklärungen. Das ist dramaturgisch schon nachvollziehbar.

Also lebe ich mit den harten Schnitten und sehe darüber hinweg.

Kommen wir aber zu den Figuren.

Charakterentwicklung bekommt im Grunde nur Adam. Das war es dann auch. Der Rest bleibt blass. Und damit meine ich wirklich alle.

Warum kann Mekaneck mit seinem Kopf und seinem langen Hals zuschlagen? Warum rammt Ram Man? Was ist mit Fistos Hand? Keine Ahnung. Ist eben so. Bei Nebenfiguren kann ich damit leben. Die heißen, wie sie heißen, und machen, was auf der Verpackung steht.

Aber bei Skeletor wird es schwieriger. Er greift an. Warum? Weil er herrschen will. Woher kommt er? Wer ist er? Was treibt ihn wirklich an? Fehlanzeige.

Während die Helden zumindest ein oder zwei Sätze bekommen, sind Figuren wie Goat Man, Tri-Klops oder Spikor einfach da. Sie stehen herum, kämpfen mit und haben im besten Fall ein Wort zu sagen. Natürlich kann man nicht jeder Figur eine eigene Backstory geben. Das würde den Film sprengen. Aber ein bisschen mehr Andeutung, dass hinter all dem eine größere Geschichte steckt, hätte dem Ganzen gutgetan.

Man muss nicht alles erklären. Aber man sollte manchmal so tun, als gäbe es etwas zu erklären.

Dann kommen wir zum letzten Teil: der Musik.

Man hat für den Film eine eigene Melodie entworfen, und das finde ich richtig. Ich weiß, viele Leute warten auf die Musik aus der Zeichentrickserie. Aber der Film muss sich davon abgrenzen. Er ist keine reine Realfilmumsetzung der Zeichentrickserie, sondern eher ein Film zur Toyline von damals.

Der Soundtrack geht dabei ein Stück weit auf Guardians of the Galaxy-Pfaden: viele bekannte Lieder aus den 80ern und 90ern, die dem Film einen nostalgischen Poprahmen geben. Und schon in den 80ern hatte ich mich gefragt, ob Princes of the Universe nicht eigentlich ein He-Man-Lied sei. Nein, war es natürlich nicht. Es gehört zu Highlander. Aber sorry: Hier passt es wie Arsch auf Eimer.

Besonders schön ist auch, dass Brian May für den instrumentalen Teil tatsächlich noch einmal die Gitarre schwang. Das ist einer dieser Momente, bei denen der Film nicht einfach nur ein Lied benutzt, sondern es sich ein Stück weit aneignet.

Und dann kommt das Ende. Die letzten zehn Minuten bestehen im Grunde fast nur noch aus Fanservice. Aber genau dort setzt der Film dann auch die Melodien ein, auf die viele gewartet haben. Das ist klug gemacht: Erst behauptet der Film musikalisch seine eigene Identität, und am Ende öffnet er noch einmal die Schatzkiste.

Nicht als Dauerbeschallung aus Nostalgie, sondern als Belohnung.
Und ja: Das funktioniert.

Dann kommen wir noch zum Humor.

Auch hier hat der Film einen erstaunlich guten Spagat geschafft. He-Man wird natürlich von vielen belächelt. Das weiß der Film offenbar auch. Tatsächlich wird He-Man im Film nur ein einziges Mal wirklich He-Man genannt, nämlich in dem Moment, als man Adam fragt, wie er sich selbst als Kind genannt hat. Schließlich hatte er damals allen anderen ebenfalls ihre Namen gegeben. Seine Antwort: He-Man.

Das ist an sich eine schöne Lösung, weil der Film damit erklärt, warum diese Figuren überhaupt so kindliche Namen tragen. Ram Man rammt. Mekaneck hat einen langen Hals. Fisto hat eine große Faust. Das klingt eben alles, als hätte ein Kind seine Spielzeugfiguren benannt. Und genau daraus macht der Film eine kleine innere Logik.

Bei Fisto werden ziemlich viele Witze über den Namen gemacht, und ja, natürlich geht das in Richtung Fisten. Einige finden das vermutlich zu viel. Aber ganz ehrlich: Es ist lustig. Zwölfjährige checken den Witz vielleicht nicht, alle anderen haben ihren Spaß. Und auch sonst funktioniert der Humor für mich.

Würde ich gern irgendwann eine düstere Masters-Realverfilmung als Dark Fantasy sehen? Ja, absolut. Aber als Türöffner, um dieses Franchise nach über dreißig Jahren überhaupt wieder fürs Kino zu beleben, ist dieser Ton wahrscheinlich der richtige Weg.

Ein weiterer Punkt sind die Effekte.

Der Film ist ein wilder Mix aus gebauten Sets und Green Screen. Ich mag es sehr, dass Moss Man zum Beispiel tatsächlich ein Typ mit Maske ist. Beast Man hingegen kommt eindeutig aus dem Computer. Skeletor, gespielt von Jared Leto, sieht fantastisch aus. Cringer dagegen sieht man an, dass er nicht echt ist. Aber gut: Es ist ein grüner Tiger. Was will man da machen?

Leider kann Cringer auch sprechen. Ich glaube, mir hätte er besser gefallen, wenn er einfach ein zahmes Tier gewesen wäre. Hier fand ich auch die Synchronstimme zu hoch.

Eternia und einige der Actionszenen sehen ebenfalls sehr nach CGI aus. Aber seltsamerweise hat mich das gar nicht groß gestört. Der Film fängt dieses 80er-Jahre-Gefühl ein, und dafür braucht es für mich keine fotorealistische Optik. Im Gegenteil: Diese leicht künstliche, bunte, überhöhte Welt passt erstaunlich gut. Für mich sah das nicht falsch aus, sondern eher wie ein lebendig gewordenes Spielzeugregal mit Budget.

Die Endszenen brauchen eigentlich keine große Erklärung.

Ganz am Ende gibt es eine klare Hommage an die Zeichentrickserie: Alle Guten stehen zusammen, lachen und haben die Hände in die Hüften gestemmt. Schön ist dabei, wie Cringer von einem zum anderen schaut und sich offenbar fragt, was hier eigentlich los ist. Danach kommt Orko und erklärt noch etwas.

Der Teaser zu She-Ra ist ebenfalls da. Angeblich plante Amazon ja eine Realserie zu ihr. Außerdem rettet Evil-Lyn das, was von Skeletor übrig ist. Wir werden also sehen, was in einer möglichen Fortsetzung passiert.

Und natürlich hofft man jetzt auf eine Fortsetzung. Die wird kommen, sofern der Film im Kino und später im Stream gut genug läuft. Aktuell steht er allerdings in Konkurrenz zu Scary Movie 6. Während Masters im Vorfeld eher kleingeredet wurde, hört man nun von Kritikern plötzlich: Masters? Überraschend gut. Scary Movie? Leider nicht so gut wie erhofft.

Also hoffen wir, dass Masters of the Universe genug einspielt. Denn dieser Film fühlt sich nicht wie ein Abschluss an, sondern wie ein Anfang.


Fazit

Dass der Film recht großzügig Figuren entsorgt, finde ich gar nicht so schlimm. Ja, dann sterben eben gute und böse Figuren. Sollte es eine Fortsetzung geben, dann wollen wir doch ohnehin alle Buzz-Off, Stratos und Sy-Klone bei den Guten sehen, und Stinkor, Mer-Man, Clawful, Two-Bad und Whiplash bei den Bösen. Da gibt es noch so viele ikonische Figuren, die auftauchen könnten. Und da sind die Schlangenmenschen und die Horde noch nicht einmal mitgedacht.

Selbst wenn keine neuen Figuren kommen sollten oder der Film am Ende ein Stand-alone bleibt, muss man auch nicht übervorsichtig mit allem umgehen. Ich finde es eher konsequent. Es macht die Gefahr realer, wenn Figuren tatsächlich sterben können.

Das ist auch ein starker Punkt des Films: Die bösen Figuren wirken wirklich bedrohlich. Beast Man ist hier nicht einfach nur ein Prügelknabe. Und weil man keine neue Toyline bedienen muss wie beim Film von 1987, musste man auch keine neuen Figuren erfinden, sondern konnte gezielt bekannte Charaktere wie Spikor einsetzen.

Die Action sitzt. Nicholas Galitzine sieht als He-Man fantastisch aus. Auch die Entscheidung, ihm keine klassische Geheimidentität zu geben, funktioniert für mich. Am Ende wird das sogar noch einmal als Witz aufgegriffen, und ich finde diese Lösung richtig.

Die CGI stört mich nicht. Der Soundtrack ist mir noch eine Stunde nach dem Kinobesuch im Ohr geblieben. Und man merkt dem Film seine Laufzeit von über zwei Stunden kaum an. Das ist einfach ein spaßiger Sommerblockbuster, der Action und gute Laune liefern will. Genau das macht er.

Ja, fehlende Charaktertiefe ist da. Hier und da bleiben Figuren auf der Strecke. Teela und Duncan hätten definitiv etwas mehr Raum gebraucht. Aber für mich hat man endlich einen Film geliefert, bei dem Altfans wahrscheinlich ein Tränchen im Auge haben werden, während auch neue Zuschauer ihren Spaß haben können.

Und die Wertung?

Das ist für mich schwer. Ich gehe selten zweimal in denselben Film ins Kino. Hier werde ich es tun.

Für mich persönlich ist das eine 10 von 10. Aber das ist natürlich mit Nostalgie- und Bauchmuskelbonus. Müsste ich ihn wirklich objektiv bewerten, würde ich wahrscheinlich 7,5 Punkte geben. Da ich aber keine Kommastellen mache, wäre das gerundet eine 8 von 10.

Aber ich bin nicht objektiv.

📊 Bewertungsmatrix – Masters of the Universe (2026)

Story    ⭐⭐⭐☆☆  Klassische Origin-Geschichte ohne viele Umwege – flott erzählt, aber mit harten Schnitten und wenig Raum zum Atmen

Darsteller  ⭐⭐⭐⭐☆  Nicholas Galitzine funktioniert stark als Adam und He-Man; Idris Elba und der Cast haben sichtbar Spaß, bleiben aber teils unterfüttert

Action & Effekte ⭐⭐⭐⭐☆  Wuchtige Kämpfe, starke Bösewichte, bunte CGI-Welt – nicht immer fotorealistisch, aber passend zum 80er-Fantasy-Spielzeuggefühl

Figuren & Tiefe ⭐⭐⭐☆☆  Adam bekommt Entwicklung, der Rest eher Andeutungen; Teela, Duncan, die Zauberin und Skeletor hätten mehr Raum verdient

Humor & Tonfall ⭐⭐⭐⭐☆  Selbstironisch, ohne die Vorlage zu verraten – Fisto-Witze inklusive, aber insgesamt der richtige Türöffner-Ton

Fanservice & Easter Eggs ⭐⭐⭐⭐⭐  Dolph, Karg, Pig Boy, Grygor, Prototyp-He-Man, She-Ra-Teaser – ein liebevoll gefülltes Spielzeugregal

Musik    ⭐⭐⭐⭐⭐  Eigener Score, starke Pop-Songs und am Ende die erwarteten Nostalgie-Melodien – bleibt im Ohr

Atmosphäre  ⭐⭐⭐⭐☆  Bunt, laut, over the top und überraschend nah am alten Toyline-Gefühl – Eternia darf künstlich aussehen und genau das passt

🔥 Objektive Endwertung: 8 von 10 Punkten
⚔️ Fanwertung mit Nostalgie- und Bauchmuskelbonus: 10 von 10 Punkten
🐯 Inneres-Kind-Wertung: 11 von 10 Punkten

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