🕸️ Heute steht der Abschluss der ersten Spider-Man-Trilogie an. Nach den X-Men und vor allem nach Spider-Man selbst war endgültig klar: Superhelden bringen gutes Geld. Also haben die Studios Blut geleckt, und ich erinnere mich noch gut daran, was damals plötzlich alles angekündigt wurde. Jeder wollte ein Stück vom Cape-Kuchen.
Nach dem grandiosen zweiten Teil mit Doc Ock waren die Erwartungen natürlich enorm. Spider-Man 2 hatte gezeigt, wie gut Superheldenkino funktionieren kann, wenn Action, Tragik, Humor und Figurenentwicklung ineinandergreifen. Und dann kommt Teil 3 und wirft direkt den neuen Kobold, Sandman und Venom in einen Film.
Ist das nicht ein bisschen viel?
Spoiler: Ja. Zumindest klingt es schon auf dem Papier, als hätte jemand drei Filme in einen Mixer geworfen und gehofft, dass am Ende ein Smoothie rauskommt. Stattdessen riecht es zwischendurch eher nach Comic-Gulasch.
💥Inhalt mit Spoiler
Bei Spider-Man läuft alles rund: Er soll und wird zum Ehrenbürger der Stadt New York ernannt. Peter ist so im Glück, dass er gar nicht mitbekommt, wie es Mary Jane geht – sie hat gerade einen Flop am Broadway gelandet und ist ihren Job los.
Auch Harry Osborn schreit nach Rache und setzt sich auf den Gleiter seines Vaters – er wird zum neuen Kobold. Peter gewinnt den Kampf und haut Harry um; der landet im Krankenhaus und leidet an Gedächtnisverlust. Er weiß nun nicht mehr, wer Spider-Man ist oder wer seinen Vater getötet hat.
Doch das ist nicht alles: Der Sandmann ist auch noch mit von der Partie. Flint Marco ist ein Gangster, der für den Mord an Peters Onkel Ben verantwortlich gemacht wird. Durch einen dummen Zufall stolpert Flint in ein Testgelände – und wird zu lebendigem Sand.
Auch ein Meteor stürzt in den Park, wo Peter und MJ gerade rummachen, und aus dem Meteor kriecht eine schwarze Flüssigkeit. Peter will Flint schnappen, schläft dabei im Bett ein – und die schwarze Masse klettert auf ihn und verbindet sich mit seinem Anzug.
Peter ist durch den Symbionten stärker als zuvor, aber auch aggressiver und skrupelloser. Mit Hilfe des Symbionten besiegt er den Sandmann und glaubt, ihn getötet zu haben – was er natürlich nicht hat.
Harry findet sein Gedächtnis wieder und zwingt MJ, sich von Peter zu trennen. Dieser ist eh schon schlecht drauf, haut erst Harry um und dann auch noch MJ. Der neue schwarze Spider-Man ist ein Arsch, und das will Reporter Eddie Brock beweisen – allerdings mit gefälschten Bildern, was Peter entlarvt.
Brock ist seinen Job los und verflucht Parker in einer Kirche – in der zufällig auch Peter ist, der nach seiner Eskalation den Symbionten loswerden will. Er schafft es, aber die Masse sucht sich einen neuen Wirt – natürlich Eddie Brock, der auf Rache sinnt.
Er verbündet sich mit dem Sandmann, und beide wollen zusammen Spider-Man umbringen. Da Eddie durch den Symbionten weiß, wer unter der Maske steckt, entführt er MJ. Es kommt zum öffentlichen Kampf: Peter bittet Harry um Hilfe – der lehnt erst ab, kommt dann aber natürlich doch.
Harry rettet Peter vor Venom, stirbt dabei aber. Sandmann wird irgendwie besiegt, Venom gesprengt. Peter hat noch eine Aussprache mit dem Sandmann, der meint, es sei ein Unfall gewesen – er habe Peters Onkel nicht töten wollen und nur für seine kranke Tochter gehandelt. Peter knutscht MJ, der Sandmann verkrümelt sich, und alles ist gut – außer für Harry, versteht sich.
Hintergrund
Von Anfang an stand Spider-Man 3 unter keinem guten Stern. Sam Raimi hatte sich in den ersten beiden Filmen klar als Fan des klassischen Spider-Man gezeigt: keine neumodischen Gegner, sondern Figuren wie der Grüne Kobold, Doc Ock oder eben der Sandman.
Das Studio wollte für Teil 3 aber unbedingt einen weiteren Publikumsliebling im Film sehen: Venom.
Raimi selbst wollte wiederum einen klassischen Gegner, also kam der Sandman mit an Bord. Und dann war da natürlich noch Harry, der im letzten Film Rache geschworen und die Koboldrüstung seines Vaters gefunden hatte.
Drei Gegner in einem Film. Kann das gut gehen?
Harry braucht keine große Vorgeschichte mehr, die hat er bereits. Trotzdem muss man ihm Zeit geben. Die anderen Gegenspieler bekommen wegen des Zeitmangels aber nur sehr holprige Erklärungen. Ein Meteor schlägt ein, Venom klebt dran. Flint Marko läuft herum, stolpert zufällig in einen Sandversuch, und dieser startet natürlich genau in diesem Moment. Wissenschaft durch Zufall, Drehbuch durch Achselzucken.
Der Sandman ist für mich ohnehin der größte Minuspunkt des Films. Plötzlich ist er der wahre Mörder von Ben Parker, aber eigentlich macht er alles nur wegen seiner kranken Tochter. Er ist also im Grunde ein guter Kerl. Dann will er Spider-Man töten. Warum eigentlich? Weil er zufällig Venom trifft? Woher weiß Venom überhaupt, wo er Flint finden kann? Keine Ahnung. Plötzlich stehen beide da und wollen Spider-Man umbringen, weil der Film jetzt eben ein Finale braucht.
Dann wird Sandman auch noch zum Riesenmonster, agiert dabei aber erstaunlich dumm und fast wie ein Tier. Brüllen, schlagen, kaputtmachen. Irgendwie wird er besiegt, und plötzlich ist er wieder der geläuterte Sandmann, der sich entschuldigt. Der Film springt mit ihm vom Kriminellen zum tragischen Vater, dann zum Monster und wieder zurück zum reuigen Mann. Nicht als Entwicklung, sondern eher wie ein nasser Sack Sand, der von Szene zu Szene anders ausgeschüttet wird.
Bei Venom gibt es dagegen gar keine wirkliche Vorgeschichte. Der fällt einfach vom Himmel und ist da. Lässt man das einmal beiseite, hat wenigstens Eddie Brock eine nachvollziehbare Motivation, Peter Parker und damit auch Spider-Man zu hassen. Das ist dünn, aber immerhin mehr als „Meteor macht glibberige Probleme“.
Auch Harry verhält sich extrem sprunghaft. Und obwohl ich James Franco grundsätzlich mag, hat er mir hier nicht gefallen. Während seiner Amnesie grinst er die ganze Zeit, als hätte ihm jemand „freundlich wirken“ auf einen Zettel geschrieben. Es sollte wohl warmherzig erscheinen, sah aber oft einfach nur dümmlich aus. Dann mag er Peter wieder, dann hasst er ihn, dann hilft er ihm erneut. Und dann kommt der eigentliche Vogelabschuss:
Der Butler.
Der Butler sagt Harry, dass Spider-Man gar nicht der Mörder seines Vaters gewesen sei. Er habe die Wunden gereinigt, und diese seien eindeutig von den Gleiterklingen verursacht worden. Aha. Der Butler ist also auch noch Pathologe. Dass Spider-Man selbst theoretisch auch den Gleiter hätte benutzen können, ignorieren wir einfach. Noch absurder ist aber: Harry glaubt sofort dem Butler, nachdem er seinem besten Freund zwei Filme lang nicht geglaubt hat.
Ja, ne, ist klar.
Ebenso vorhersehbar ist dann Harrys Heldentod. Natürlich muss er sich am Ende opfern, natürlich muss die Freundschaft noch einmal gerettet werden, natürlich muss der Kreis geschlossen werden. Emotional sollte das wahrscheinlich groß wirken. Bei mir kam es aber eher an wie ein Pflichttermin im Drehbuchkalender.
🕶️ Venom wird zum echten Problem
Und Peter? Nervt.
Mit Symbionten wird er zu Emo-Peter, da nervt er. Ohne Symbionten heult, jammert und schmollt er aber trotzdem durch den Film. Das Problem ist also nicht nur der schwarze Anzug. Der Symbiont macht Peter nicht böse, er dreht eher die Lautstärke seiner schlechtesten Eigenschaften hoch. Plötzlich ist er eitel, selbstgerecht, eifersüchtig und unangenehm stolz auf sich selbst. Aus dem freundlichen Spider-Man aus der Nachbarschaft wird ein Typ, dem man nach fünf Minuten freiwillig die Nachbarschaft kündigen möchte.
Der Film bietet dabei einige der lächerlichsten Szenen der ganzen Reihe. Etwa die Parade, bei der Peter plötzlich mittanzt, als hätte er heimlich ein Praktikum bei einer Boyband gemacht. Noch schlimmer ist aber der Jazzclub. Auf einmal kann der Wissenschaftler, Fotograf und Superheld auch perfekt tanzen und Klavier spielen. Liegt wohl am Symbionten. Der kommt offenbar nicht aus dem All, sondern von Jazzworld.
Diese Szene soll vermutlich zeigen, wie sehr Peter sich verändert hat. Das tut sie auch. Nur leider nicht in Richtung „dunkel und gefährlich“, sondern eher in Richtung „bitte nimm diesem Mann sofort den Scheitel weg“.
Um es noch blöder zu machen, musste natürlich auch wieder eine „Wir-Amis-sind-so-toll“-Szene rein. Spider-Man schwingt zum Finalkampf, die Menge jubelt, er hält kurz inne, und hinter ihm weht die amerikanische Flagge. Was für ein Held. Da fehlt eigentlich nur noch ein Adler, der ihm einen Burger reicht.
Ich weiß, Superheldenkino darf pathetisch sein. Gerade Spider-Man lebt auch von großen Bildern. Aber diese Szene ist so plump inszeniert, dass sie nicht erhebend wirkt, sondern eher wie ein Rekrutierungsposter mit Netzwerfern.
🧩 Wie hätte man den Film retten können?
Eigentlich ganz einfach: Sandman raus, Venom richtig rein.
Venom hätte eine echte Herkunft gebraucht. Die Ultimate-Version wäre dafür perfekt gewesen: Venom als fehlgeschlagenes Medizinexperiment. Kein Alien, kein Meteor, kein schwarzer Glibber aus dem Zufallsautomaten. Stattdessen hätte man den Symbionten direkt mit Peter, Eddie und vielleicht sogar Connors verbinden können. Das wäre persönlicher gewesen und hätte viel besser zu Raimis Welt gepasst als ein Stein aus dem All, der zufällig neben Peter Parker einschlägt.
Dann hätte man Harry und Venom als Gegner gehabt und deutlich mehr Zeit für die wichtigen Handlungsstränge. Ohne Sandman fallen all die überflüssigen Szenen weg: keine nachträgliche Ben-Parker-Mörder-Nummer, kein Sandmonster-Finale, keine tragische Tochtergeschichte auf Schnellkochtopf-Stufe.
Das hätte den Film nicht automatisch perfekt gemacht, aber es hätte ihn deutlich fokussierter gemacht. Harry hätte ein würdiger Gegenspieler bleiben können, statt zwischen Amnesie-Grinsen, Butler-Offenbarung und Heldentod herumzutaumeln. Und Venom hätte nicht wie ein Gaststar gewirkt, der im letzten Drittel noch schnell durch die Studiotür geschoben wurde.
🎭 Harry Osborn / Hobgoblin?
Ich habe hier bewusst ein Fragezeichen gesetzt, denn so ganz klar ist eigentlich nicht, was Harry im Film sein soll. Im Comic wird er zum zweiten Grünen Kobold. Da er im Film aber nicht einfach das Kostüm seines Vaters trägt, sondern mit eigener Ausrüstung herumfliegt, wirkt das eher wie eine freie Variante. Offiziell läuft er oft als „New Goblin“, aber wirklich ikonisch ist daran wenig. Für mich bleibt er eher: Harry auf dem Luxus-Snowboard des Todes.
Im Kern passt Harrys Figur aber durchaus zu den Comics. Harry war immer die Niete im Osborn-Haus. Er buhlt um die Aufmerksamkeit seines Vaters, doch Norman interessiert sich mehr für Peter. Und auch bei den Frauen steht Harry meist im Schatten seines besten Freundes. Peter bekommt die Anerkennung, Peter bekommt die Heldengeschichte, Peter bekommt Mary Jane. Harry bleibt reich, verletzt und innerlich ziemlich leer.
Genau das macht ihn labil. Im Comic greift er zu Drogen, wird mehrfach zum Kobold und stirbt schließlich ebenfalls. Der Film hat also durchaus Stoff, aus dem man ein starkes Drama hätte bauen können. Nur leider verliert sich Spider-Man 3 so sehr zwischen Sandman, Venom, schwarzem Anzug und Jazzclub, dass Harrys eigentlich tragische Geschichte am Ende wirkt wie ein Nebengleis mit Kürbisbomben.
🕷️ Venom
Eddie Brock, gespielt von Topher Grace aus Die wilden 70er, ist keine klassische Besetzung. Im Comic ist Eddie ein richtiger Brocken, fast schon Bodybuilder-Statur. Topher Grace wirkt dagegen eher wie jemand, der Spider-Man beim Schülerzeitungspraktikum das Pausenbrot klaut. Trotzdem fand ich Brock im Film tatsächlich einen der wenigen Lichtblicke.
Venom selbst entstand im Comic, als Peter während der Secret Wars auf den Planeten des Beyonder geholt wurde. Das ist so eine typische 80er-Jahre-Story: Der Beyonder sammelt Helden und Schurken ein und lässt sie sich gegenseitig auf die Fresse hauen. Comiclogik mit kosmischem Gongschlag.
Wirklich wichtig ist daran vor allem, dass Spider-Man dort sein schwarzes Kostüm bekommt. Später stellt sich heraus: Das Kostüm ist gar kein Kostüm, sondern ein lebendiger Symbiont. Peter wird ihn los, das Ding verbindet sich mit Eddie Brock, und Venom ist geboren.
Venom wurde schnell so beliebt, dass er eigene Mini-Serien bekam. Danach folgten weitere Symbionten-Ableger, der bekannteste davon ist Carnage: noch brutaler, noch gestörter und noch mehr „Was wäre, wenn Venom endgültig jede Sicherung aus dem Sicherungskasten beißt?“.
👮 Captain Stacy und Gwen Stacy
Um Fans bei der Stange zu halten, werden in Comicverfilmungen gerne bekannte Namen aus den Vorlagen eingebaut. Beim dritten Spider-Man hieß es im Vorfeld also: Die Stacys kommen!
Captain Stacy ist im Comic wie im Film ein hohes Tier bei der NYPD und steht Spider-Man durchaus wohlwollend gegenüber. Im Comic stirbt er heroisch, als er ein Kind rettet und von Trümmern erschlagen wird.
Auch seine Tochter Gwen hatte nicht viel Glück. Sie war Peters erste große Liebe und wurde vom Grünen Kobold von einer Brücke geworfen. Der Sturz allein hätte sie getötet, doch Spider-Man schießt sein Netz zu spät ab: Er fängt sie zwar, aber durch den abrupten Stopp bricht ihr das Genick. Eine legendäre Szene und für viele das Ende der Unschuld im Superhelden-Comic.
Gerade weil Gwen Stacy so wichtig ist, wurde sie im Film heiß erwartet. Leider bleibt davon fast nichts übrig. Captain Stacy wirkt hier eher wie ein müder Polizeigreis, der zufällig durchs Bild geschoben wurde, und Gwen wird nicht als tragische Schlüsselfigur aufgebaut, sondern eher als blondierte Flirt-Requisite. Das ist schade, denn ausgerechnet eine der wichtigsten Frauenfiguren aus Peters Comicgeschichte wird hier zur Nebenfigur mit Haarfarbe und Augenaufschlag reduziert.
🧬 Spider-Man 4? Fortsetzung?
Schnell war klar, dass eine Fortsetzung kommen sollte. Raimi hatte dafür sogar schon den Grundstein gelegt: Dr. Curt Connors tritt als Peters Professor auf und untersucht den Symbionten. Zwei Möglichkeiten lagen also auf der Hand. Entweder wird Connors irgendwann zur Echse, oder man bringt Carnage ins Spiel, denn ein Stück des Symbionten bleibt im Labor zurück.
Zumindest die Echsen-Vermutung stimmte. Aber es kam anders. Raimi zerstritt sich mit dem Studio und verabschiedete sich von Spider-Man 4. Ohne ihn war auch die Rückkehr der Hauptdarsteller vom Tisch. Tobey Maguire und Kirsten Dunst standen ohne Raimi nicht mehr zur Verfügung.
Das Ende für Spider-Man? Natürlich nicht. Der gute Spidey ist Marvels Gelddruckmaschine mit Netzanschluss. Batman hatte es vorgemacht: Man kann Superhelden neu besetzen, neu starten und dem Publikum einfach wieder eine Origin-Story vorsetzen.
Zuerst hieß es, das Ganze solle zwischen Teil 1 und 2 spielen. Dann wurde daraus doch ein Reboot. Alles zurück auf null.
Andrew Garfield, bekannt aus The Social Network, wird Peter Parker spielen. Gleich bleibt jedoch der Gegner: die Echse. Garfield ist ein guter Schauspieler, aber ich finde ihn eigentlich zu schön für Peter Parker. Da fehlt mir das Nerdtum, dieses leicht verknitterte „Ich wurde im Schullabor vergessen“-Gefühl.
🧪 Venom Spin-off?
Eine weitere Figur sollte eigentlich einen eigenen Film bekommen: Venom. Damals war ich bei solchen Gerüchten eher skeptisch. Magneto sollte schließlich auch einen eigenen Film bekommen, wurde dann aber gestrichen beziehungsweise in Teilen in X-Men: Erste Entscheidung verwurstet. Bei Venom dachte ich lange, das würde ähnlich laufen. Spider-Man 3 hatte schon ein paar Jahre auf dem Buckel, Topher Grace war als Eddie Brock nicht gerade ikonisch, und ohne Spider-Man wirkte ein Venom-Film irgendwie wie ein Haifilm ohne Wasser.
Tja. Falsch gedacht.
2018 kam Venom tatsächlich ins Kino, diesmal mit Tom Hardy als Eddie Brock. Der Film hatte mit Raimis Spider-Man 3 nichts mehr zu tun und startete Sonys eigenes kleines Spider-Man-Universum, nur ironischerweise weitgehend ohne Spider-Man. Kritisch wurde das Ding eher durchgekaut und wieder ausgespuckt, aber an der Kinokasse funktionierte es. Venom wurde zum Erfolg und bekam 2021 mit Venom: Let There Be Carnage direkt eine Fortsetzung, in der dann auch Carnage seinen großen Auftritt hatte.
2024 folgte schließlich Venom: The Last Dance, der dritte Teil der Reihe und offiziell so etwas wie der Abschluss von Eddie und Venoms gemeinsamer Reise. Damit wurde aus einem Gerücht, dem ich damals kaum Chancen gegeben hätte, tatsächlich eine komplette Trilogie. Verrückte Welt: Raimis Spider-Man 3 konnte Venom kaum vernünftig erklären, aber Jahre später trug der schwarze Glibber plötzlich drei eigene Filme fast alleine durch die Gegend.
Ob das jetzt ein Triumph für Venom oder ein Warnschild für das Superheldenkino ist, muss jeder selbst entscheiden. Aber fest steht: Totzukriegen war der Symbiont nicht.
Erfolg?
Finanziell war Spider-Man 3 trotzdem ein voller Erfolg. Weltweit spielte der Film rund 895 Millionen Dollar ein und war damit sogar erfolgreicher als die ersten beiden Teile: Spider-Man kam auf etwa 821 Millionen, Spider-Man 2 auf rund 789 Millionen Dollar. An der Kasse hat der dritte Teil also geliefert. Das Problem war eher, was danach übrig blieb. Während Teil 1 den modernen Superheldenfilm mit angeschoben und Teil 2 gezeigt hatte, wie stark dieses Genre sein kann, wirkte Teil 3 trotz höherer Einnahmen wie ein Warnsignal: Mehr Figuren, mehr Effekte und mehr Drama ergeben nicht automatisch den besseren Film. Manchmal ist der größte Gegner eben nicht Venom, sondern ein überladenes Drehbuch.
🕸️ Fazit
Der tiefe Fall des Peter Parker.
Schon wieder wird der dritte Teil einer Filmreihe an die Wand gefahren. Und wie schon bei X-Men: Der letzte Widerstand hat man einfach zu viel in einen Film gepackt. Alles wird angerissen, nichts bekommt genug Tiefe, und Emo-Peter nervt gewaltig. Aber dazu habe ich im Hintergrund schon genug geschrieben, daher hier nur ein kurzes Fazit:
Drei Schurken, dazu mehrere Nebenhandlungen, das kann kaum gut gehen. Spider-Man 3 ist kein kompletter Totalausfall, aber ein enttäuschender Abschluss einer bis dahin starken Trilogie.
Der Abschluss bekommt von mir daher nur 4 von 10 möglichen Punkten.
| Kategorie | Wertung | Begründung |
|---|
| Story | ⭐⭐☆☆☆ | Zu viele Handlungsstränge, zu wenig Fokus |
| Peter Parker | ⭐⭐☆☆☆ | Emo-Peter, Tanzszene, Geheule: schwer zu ertragen |
| Schurken | ⭐⭐☆☆☆ | Harry, Sandman und Venom treten sich gegenseitig die Screentime weg |
| Venom | ⭐⭐☆☆☆ | Optisch nett, aber viel zu hastig eingeführt |
| Sandman | ⭐⭐☆☆☆ | Gute Idee, aber durch Ben-Parker-Retcon und Monsterfinale verschenkt |
| Harry | ⭐⭐☆☆☆ | Starker Aufbau aus Teil 2, aber durch Amnesie und Butler-Erklärung beschädigt |
| Action | ⭐⭐⭐☆☆ | Spektakulär, aber weniger emotional als Teil 2 |
| Wiedersehwert | ⭐⭐☆☆☆ | Als Abschluss enttäuschend, als Überladungsstudie interessant |
Endwertung: 4 von 10 Punkten
Ein überladener Abschluss, der nach Spider-Man 2 besonders tief fällt: zu viele Schurken, zu viele Nebenplots, zu wenig echte Tiefe. Venom hätte einen eigenen Film verdient, Harry hätte ein stärkerer Abschlussgegner sein können, und Sandman wirkt wie ein zusätzliches Drehbuch, das aus Versehen mitverfilmt wurde.
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