Montag, 3. November 2025

Hulk (2003)

 

🧠 Ich habe es endlich über mich gebracht und den ersten Hulk-Film gesehen. Das ist einer von drei Filmen, die ich vor Mai noch bringen will, damit alle Filme, die etwas mit den Avengers zu tun haben und nicht uralt sind, auf dem Blog vertreten sind.

Fehlen jetzt also nur noch der zweite Hulk-Film und der gute Captain America – das sollte bis Mai zu schaffen sein!

Den Hulk-Film habe ich damals natürlich als Marvel-Leser im Kino gesehen. Wirklich bleibenden Eindruck hat das Erlebnis aber nicht hinterlassen. Also, los geht’s mit der Zusammenfassung:


Inhalt mit Spoiler

Bruce Banners Vater experimentiert als Wissenschaftler an Regenerationsmöglichkeiten herum – auch an sich selbst. Als er ein Kind bekommt, ist auch dieses genetisch verändert, doch er behält es zu Versuchszwecken.
30 Jahre später ist Bruce erwachsen und ebenfalls Wissenschaftler. Durch einen Unfall verstrahlt er sich mit Gammastrahlung und überlebt das Unglück unbeschadet – glaubt man zumindest. Denn wenn Bruce sich nun ärgert, mutiert er zu einem großen, grünen Monster, das relativ unkontrolliert alles zerstört, was ihm in den Weg kommt.

Das ruft den Vater seiner Freundin Betty auf den Plan: General Ross. Der will den Hulk zur Strecke bringen, doch bei der Armee hat Talbot mehr Kontakte – und der will den Hulk lebend, um aus ihm Waffen beziehungsweise Kampfmittel herzustellen.

Aber auch Bruce’ leiblicher Vater taucht wieder auf. Der war 30 Jahre weggesperrt, weil er Bruce’ Mutter umgebracht hatte – und wegen der ganzen Experimente (keine Ahnung, hab nicht genau aufgepasst, lol). Er interessiert sich jedenfalls dafür, was aus Bruce geworden ist – schließlich ist der ja sein Experiment.
Da Betty stört, werden drei mutierte Hunde zu ihr geschickt, die der Hulk aber plattmacht. Anschließend wird er von der Armee gefangen, prügelt sich mit Flugzeugen und Panzern, ist wieder frei, wird dann wieder gefangen und mit seinem Vater zusammengesperrt. Betty plärrt zwischendurch auch hier und da mal herum, und so vergeht die Zeit fast wie im Fluge – na ja, eigentlich kommt es einem eher vor wie Stunden.

Im Finale prügelt sich der Hulk dann mit seinem Vater, der Absorptionskräfte hat und durch die Stärke seines Sohnes… ja, was eigentlich? Groß und stark werden? Warum, weiß ich nicht so genau – wahrscheinlich wusste das nicht mal Ang Lee.
Da der Hulk aber zu viel Power hat, ist Papa am Ende tot, und General Ross bombardiert die beiden Prügelmonster. Beide gelten daraufhin als tot.

In der letzten Szene sieht man Bruce im Urwald. Nach dem Film könnte man meinen, das ist das Dschungelcamp für miese Superheldenverfilmungen – aber nein, er ist dort tatsächlich Arzt und warnt jemanden davor, ihn nicht wütend zu machen.


Anmerkungen

Ich gestehe: Ich habe die Inhaltsangabe nicht ganz ernst genommen. Das liegt vor allem daran, dass der Film einfach totale Scheiße ist. Wenn man eine Einschlafhilfe braucht, ist man bei Hulk genau richtig – was eigentlich seltsam ist, da ein Hulk-Film ja eigentlich ein Actionfeuerwerk sein sollte.

Das liegt in erster Linie am Drehbuch und an Ang Lee. Der ist für so einen Film einfach eine Fehlbesetzung. Mit Brokeback Mountain hat er wohl gezeigt, was er drauf hat (hab den Film noch nicht gesehen), aber Charakterfilme sind eben sein Ding – und genau das ist Hulk geworden: ein Charakterfilm über Bruce Banner. Und das ist einfach lahm.


Groß, grün und ziemlich schlecht drauf: der Hulk

Das Einzige, was im Film halbwegs unterhaltsam war, waren die Szenenwechsel, die oft an Comics erinnerten. So eine Spielerei rettet aber keinen Film.

Dabei kann der Film sogar mit großen Namen aufwarten: Ang Lee hinter der Kamera wurde ja schon genannt. Eric Bana als Bruce Banner ist vielleicht nicht die Besetzung, die man sich vorgestellt hätte – im Comic ist Banner eher klein und schmächtig –, aber er geht schon durch. Nick Nolte spielt den Vater, und beide fallen hier und da durch Overacting auf. Nolte besonders am Ende, als er mit seinem Sohn spricht, Bana in der Szene, in der er Betty erklärt, wie er sich als Hulk gefühlt hat („Mein Herz machte boom, boom, boom“ – klingt wie ein Blümchensong). Das wirkte komplett aufgesetzt.


Funfact am Rande

Im Film wird Bruce von seiner Mutter einmal David genannt. Im Comic hieß er lange Zeit nur Bruce Banner. Stan Lee erklärte mal, er habe diese leicht zu merkenden Namen mit gleichen Anfangsbuchstaben (Peter Parker, Scott Summers usw.) gewählt, weil er sich selbst solche Namen leichter merken konnte.

Als man die TV-Serie drehte, änderte man den Namen in David Banner, weil man Bruce damals für zu „schwul“ hielt. Im Film wie im Comic heißt er daher David Bruce Banner – einfach, um Einheitlichkeit zwischen Serie und Comic zu schaffen.


Stan Lee und Lou Ferrigno

Was gibt’s sonst noch zu sagen?
Ang Lee hatte das Angebot, statt Hulk Terminator 3 zu drehen – er lehnte ab. Ein Fehler, würde ich sagen.

Stan Lee und Lou Ferrigno (der in den 80ern als grün angemalter Bodybuilder den Hulk in der TV-Serie spielte) haben Cameos am Anfang des Films als Wachmänner.

In Deutschland war der Film ab 12 Jahren freigegeben, auf DVD jedoch ab 16, da er etwa eine Minute länger ist als die Kinofassung. Die Kürzung sollte wohl jüngere Zuschauer ins Kino locken. Einige große Kinos, darunter das Cinemaxx, weigerten sich zunächst, den Film zu zeigen, weil die Produktionsfirma zu hohe Mieten verlangte. Der Streit wurde aber beigelegt – zumindest lief Hulk im Kieler Cinemaxx, wo ich ihn mir damals angesehen habe.


Fazit

Zäher Rotz beschreibt den Film ziemlich gut – und das ist nicht mal böse gemeint.
Na ja, doch, ist es. 😄

Wenn man einen Hulk-Film schaut, will man einen grünen Klotz sehen, der alles zu Brei schlägt! Der Hulk taucht aber erst nach 40 Minuten auf – und auch dann überzeugt er nicht. Genau wie die ganze Story.

Sicher, Banner bekommt viel Raum für Charakterentwicklung, aber das langweilt eher, als dass es fesselt. Dazu kommt, dass alles irgendwie unecht aussieht – klar, mutierte Hunde (was für eine dämliche Idee!) und grüne Monster sind schwer umzusetzen, aber das Ergebnis überzeugt trotzdem nicht.

Alles in allem: 2 von 10 Punkten.
Und das ist schon großzügig. Wenn ich beim Schauen nach fünf Minuten lieber im Internet surfe und der Film nur noch nebenbei dudelt, läuft einfach was verkehrt – und so ein Film verdient keine 3-Punkte-Wertung.

💚 Bewertung – Hulk (2003)

Kategorie⭐ BewertungKommentar
Story & Drehbuch📖⭐☆☆☆☆Pseudo-Charakterdrama statt Superheldenfilm – völlig verfehlt
Darsteller🎭⭐⭐☆☆☆Bana bemüht, Nolte overacted, Connelly bleibt blass
Regie🎬⭐☆☆☆☆Ang Lee – grandioser Regisseur, katastrophale Fehlbesetzung
Effekte💻⭐⭐☆☆☆Damals okay, heute schwach – Hulk sieht aus wie Shrek auf Steroiden
Tempo & Spannung⏳⭐☆☆☆☆Hulk kommt erst nach 40 Minuten – dann leider auch nicht besser
Humor & Charme😴⭐☆☆☆☆Null – der Film nimmt sich todernst, und das ist sein Untergang
Gesamt🎯 2 / 10 PunktenZäher Rotz mit Mutantenhunden – ein missglückter Versuch, aus Wut Kunst zu machen. Nur was für Komplettisten.

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