Damit hat mich jeder Film nur 6,66 € gekostet – ein teuflisch guter Preis für Disney-Klassiker. Heute würde ich mir für das Geld wohl eher ein Monat Disney Plus gönnen, da hätte ich die Filme auch alle parat.
Aladdin und Das Dschungelbuch kannte ich schon, Cinderella hingegen noch nicht – also bekam der auch seine Chance.
Inhalt mit Spoiler
Cinderella ist eine ausgesprochene Ungezieferliebhaberin.
Sie fängt Mäuse, gibt ihnen Namen und füttert sie. Die Rattenplage, die daraus entsteht, tyrannisiert natürlich die arme Hauskatze, die nur ihren Job macht – und die Biester fangen will.
Da Cinderella lieber Mäuse betüddelt, statt zu arbeiten, darf sie nicht mit zum Ball.
Der König wiederum ist überzeugt, sein Sohn sei schwul – denn der interessiert sich für keine Frau, und der Alte will endlich Enkel!
Also lädt er alle ledigen Frauen des Königreichs zum Ball ein, damit der Prinz sich endlich verkuppeln lässt.
Die beiden Stiefschwestern machen sich fein, und auch Cinderella will hin.
Ihr Ungeziefer-Kommando stiehlt Schmuck und Stoffe aus den Zimmern der Schwestern, damit die faule Göre was zum Anziehen hat.
Doch die merken’s, zerreißen das Kleid – und Cinderella bleibt jammernd zu Hause.
Da kommt die gute Fee vorbei, offenbar genervt vom Geheule, und zaubert ihr ein neues Outfit – aber nur bis Mitternacht, danach ist wieder Aschenputtelzeit.
Cinderella geht zum Ball, der Prinz ist sofort schockverliebt, sie tanzen … und dann rennt sie panisch weg, weil’s Mitternacht schlägt.
Beim Weglaufen verliert sie einen gläsernen Schuh – und der Prinz, der wohl ein ausgeprägtes Fußfetisch-Problem hat, beschließt, die erste Frau zu heiraten, der der Schuh passt.
So klappert man das ganze Königreich ab, bis man bei Cinderella landet.
Der Schuh passt – Überraschung! – und sie zieht aus, lässt ihre Familie zurück, die ihr immerhin ein Dach über dem Kopf gegeben hat, um den reichen Macker zu heiraten.
Ende gut, alles faul.
Hintergrund
Okay, zugegeben – die Inhaltsangabe ist vielleicht aus einer leicht … anderen Perspektive geschrieben.
Der Film stammt aus dem Jahr 1950 und läuft 75 Minuten.
Für Disney war er damals überlebenswichtig: Der erste Drehbuchentwurf entstand schon in den 1930ern, aber erst 1948 konnte man mit der Produktion beginnen.
Zuvor war das Studio finanziell angeschlagen – der letzte große Hit war Schneewittchen, und das lag da schon über zehn Jahre zurück.
Cinderella brachte das Studio wieder in die schwarzen Zahlen.
Im deutschen Free-TV lief der Film übrigens erst 2014 zum ersten Mal, ganze 63 Jahre nach seiner Kinopremiere – bei RTL.
Fazit
Tja … ich fand den Film schlicht langweilig.
Die Story wirkt unausgewogen: In den ersten 20 Minuten geht’s fast nur um die Mäuse und die Katze, nicht um Cinderella selbst.
Offenbar musste man Laufzeit füllen.
Im Gegensatz zu Das Dschungelbuch bleiben die Lieder nicht im Ohr, alles wirkt etwas hingeklatscht und künstlich auf Spielfilmlänge gezogen.
Der Prinz bekommt kaum Screentime – hätte man ihm und der Liebesgeschichte mehr Raum gegeben, hätte das Ganze vielleicht funktioniert.
So aber ist der Film zäh, wenn auch nicht unerträglich.
Ich bin wohl einfach nicht die Zielgruppe – aber objektiv ist Cinderella solide, nur eben altbacken.
Daher gibt’s von mir eine neutrale Wertung:
5 von 10 Punkten.
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