Ich gebe es zu: Ich bin auf den Film nur aufmerksam geworden, weil Ian Somerhalder mitspielt. Dann kamen die vielen positiven Kritiken, die Story klang interessant – und als ich ihn billig bekam, musste ich zuschlagen.
Das Ergebnis lest ihr jetzt.
🧩 Inhalt (Spoiler)
Sean ist ein kleiner Dealer und nicht sonderlich erfolgreich in seinem Studentenleben. Eines Tages bekommt er Liebesbriefe von einer Unbekannten, die ihm Komplimente macht und ihn anhimmelt. Er vermutet, dass Lauren dahintersteckt – und die mag Sean eigentlich auch. Doch sie ist nicht die Absenderin. Beide verlieben sich ineinander, ohne zu wissen, was der andere wirklich fühlt.
Dann ist da noch Paul, der schwule Kommilitone, der sich ebenfalls in Sean verliebt und versucht, Zeit mit ihm zu verbringen.
Lauren hält sich derweil für ihren Freund Victor auf, der gerade durch Europa tourt und es ordentlich krachen lässt.
Die Verwicklungen spitzen sich zu: Sean glaubt, Lauren schreibt die Briefe, doch er versaut es – betrunken landet er mit ihrer Mitbewohnerin im Bett. Lauren bekommt es mit und ist bedient. Als Sean dann auch noch einen Selbstmord vortäuscht, ist er endgültig unten durch.
Lauren verliert bei einer Party betrunken ihre Unschuld an einen Fremden, während jemand das Ganze filmt. Victor erinnert sich in Europa kaum noch an sie. Am Ende bekommt hier niemand ein Happy End.
🎭 Darsteller
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James van der Beek (Dawson’s Creek, Wild Grizzly) – als Sean
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Shannyn Sossamon (Ritter aus Leidenschaft, 40 Tage, 40 Nächte) – als Lauren
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Ian Somerhalder (Vampire Diaries, Lost, Das Haus am Meer) – als Paul
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Jessica Biel, Jay Baruchel und Fred Savage in Nebenrollen
Der Film basiert auf dem Roman Einfach unwiderstehlich von Bret Easton Ellis, der auch American Psycho schrieb. Hauptfigur Sean Bateman ist im Buch der jüngere Bruder von Patrick Bateman – ursprünglich sollte Christian Bale sogar einen Cameo-Auftritt haben, lehnte aber ab.
💬 Fazit
Ein Film, den man entweder hasst oder liebt – dazwischen gibt’s wenig. Die einen bemängeln die fehlende Handlung und die oberflächlichen Charaktere, die anderen feiern genau das.
Ich persönlich finde ihn gelungen.
Die ungewöhnliche Erzählstruktur – drei Perspektiven, die sich immer wieder überschneiden – ist filmisch spannend. Besonders schön: Die Rückblenden und die unterschiedlichen Sichtweisen auf dieselben Szenen. Auch die Auflösung um den Briefeschreiber und Victors Reise sind clever inszeniert.
Im Mittelpunkt steht eindeutig Sean, dann Lauren, und Paul ist eher Nebenfigur. Wer den Film nur wegen Ian Somerhalder schaut, könnte enttäuscht sein – auch wenn seine Bettszene durchaus sehenswert ist.
Für mich ein 9-Punkte-Film: ungewöhnlich, roh, aber stilistisch stark erzählt.
🎬 Bewertungsmatrix – Die Regeln des Spiels (2002)
Story ⭐⭐⭐⭐☆ Dekadent, elliptisch, merkwürdig hypnotisch
Darsteller ⭐⭐⭐⭐☆ Van der Beek eisig, Sossamon verletzlich, Somerhalder tragisch
Inszenierung ⭐⭐⭐⭐☆ Fragmentiert, stylish, bewusst entfremdet
Atmosphäre ⭐⭐⭐⭐⭐ Kalt, leer, zugleich unwiderstehlich toxisch
Sex & Zerstörung ⭐⭐⭐⭐⭐ Hedonismus als Horror – konsequent bitter
Sympathiefaktor ⭐☆☆☆☆ Niemand zum Mögen – gewollt und wirkungsvoll
Wirkung ⭐⭐⭐⭐☆ Kein Wohlfühlkino, aber setzt sich fest
Gesamt: 🎯 9/10
Zynisch, elegant, verstörend – ein nihilistisches Zeitgeist-Puzzle, das am Ende mehr Gefühl hinterlässt als viele „große“ Dramen.
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