🕷️Monsterfilme sind immer so eine Sache. Ich denke da irgendwie zuerst immer an Filme wie King Kong oder Godzilla, und die finde ich nicht unbedingt ansprechend. Nur weil etwas groß ist, muss es nicht gleich gut sein. Arac Attack hat hier den Vorteil, mit großen Spinnen zu werben – und Spinnen finde ich schon mal relativ eklig. Da der Film auch einen leicht trashigen Eindruck macht, stehen die Chancen eigentlich gar nicht so schlecht, einen guten Film erwischt zu haben. Gesehen habe ich den Film vor Urzeiten, als ich ihn mir aus der Videothek geliehen hatte – das Ganze ist aber sicher acht Jahre her. Nun konnte ich den Film für unter fünf Euro bekommen und habe ihn daher mitgenommen.
Inhalt mit Spoiler 🕷️
Eine Tonne Giftmüll landet im Wasser und verseucht die Umwelt. Nichtsahnend sammelt der Spinnenliebhaber der Gegend Insekten als Futter für seine Spinnenfarm – mit bösen Folgen. Die Spinnen wachsen zu gigantischer Größe heran und verziehen sich in einen stillgelegten Bergwerkstollen, wo sie erst einmal in Sicherheit sind. Die nächsten Tage bleiben unauffällig, die Anwohner klagen nur, dass viele ihrer Haustiere verschwinden.
Spinnen am Morgen …
Chris, der gerade in seine alte Heimat zurückgekommen ist, will das Erbe seines Vaters antreten und die Mine wieder in Betrieb nehmen. Die hat zwar seit Jahren nichts mehr abgeworfen, weshalb die Gegend auch verarmt ist, doch angeblich hat sein Vater kurz vor seinem Tod noch eine Entdeckung gemacht. Doch es kommt eine Spinnenplage dazwischen, denn die Riesenspinnen setzen irgendwann zum Angriff auf das abgelegene Wüstendorf an – und sie sind deutlich in der Überzahl.
Erst glauben die Einwohner natürlich den ersten Berichten nicht, aber das ändert sich schnell. Die Telefonverbindung bricht zusammen, und so ist man auf sich allein gestellt. Die Überlebenden verschanzen sich im Supermarkt, der jedoch auch nicht vor den Spinnen sicher ist. Doch man findet einen Fluchttunnel in die Minen und schafft es, hierüber zu entkommen. Die Spinnen sind ebenfalls in die Minen gekrabbelt, und dank Methangas schafft man es, die Stollen zu sprengen und der Plage ein Ende zu setzen. Vorher hat Chris allerdings noch Goldadern entdeckt – das Dorf ist also sowohl vor den Spinnen als auch vor der drohenden Armut gerettet.
Die bekannteste aus dem ganzen Cast ist aber Scarlett Johansson, die hier die Tochter des Sheriffs spielt – und später natürlich durch Avengers und Iron Man 2 als Black Widow auffiel. Für Superheldenfans noch interessant: Der nervige Sohn wird von Scott Terra gespielt, der im Jahr nach Arac Attack die junge Version von Matt Murdock in Daredevil verkörperte.
Der Film konnte die Erwartungen, die man in ihn gesetzt hatte, nicht erfüllen. Die Produktion kostete etwa 30 Millionen US-Dollar; in Amerika selbst spielte der Film etwas über die Hälfte davon wieder ein, also rund 17 Millionen. In anderen Ländern kamen nochmal etwa 22 Millionen dazu – Erfolg sieht anders aus.
🕷️Fazit🕷️
Der Film will gar nicht mehr sein als ein B-Movie und nimmt sich selbst kaum ernst. Das wertet das Ganze sogar auf: Die Spinnen machen oft lustige Geräusche, und das geht schon in Ordnung. Dadurch kann man die Charakterzeichnung eigentlich vergessen, alle Figuren sind komplett überzeichnet – der böse Bürgermeister, der kluge Junge, der über die Gefahr Bescheid weiß, der unfreiwillige Held, die taffe Sherifffrau, der ulkige schwarze Freak und so weiter. Alles steuert auf ein Ultrahappy-End hin, das es dann auch gibt.
Das ist seichte Unterhaltung, über die man schmunzeln kann, die man nach zehn Minuten aber auch wieder vergessen hat. Dafür gibt es zu wenige taffe Sprüche oder herausragende Momente – es plätschert so vor sich hin, ohne wirklich schlecht zu sein, aber eben auch nicht gut.
Störfaktor für mich im Film: der Klugscheißerjunge – der ging mir echt auf die Nerven. Die Handlung ist mir zu vorhersehbar, und warum sollten Spinnenarten, die nichts miteinander zu tun haben, zusammenarbeiten? Wären da Riesenameisen nicht besser gewesen? Gut, vielleicht sollte man den Film nicht hinterfragen. Arac Attack sticht nicht heraus, ist durchschnittlich und bekommt daher genau die Wertung:
5 von 10 Punkten.
🕷️ Bewertungsmatrix – Arac Attack (2002)
Story & Logik ⭐⭐☆☆☆ Standard-B-Movie-Strickmuster mit Giftmüll und Happy End
Darsteller ⭐⭐⭐☆☆ Arquette charmant-chaotisch, Johansson Bonuspunkt, Rest solide Klischees
Effekte ⭐⭐⭐☆☆ CGI sichtbar billig, aber liebevoll over the top
Humor & Trashfaktor ⭐⭐⭐☆☆ Zwischen Augenzwinkern und Fremdscham – charmant, aber zäh
Spannung ⭐⭐☆☆☆ Kein Grusel, kein Puls – mehr Videotheken-Kaffee als Adrenalinschub
Rewatch-Faktor ⭐⭐☆☆☆ Einmal nett, danach reicht’s für die nächsten acht Jahre
Gesamt: 🎯 5 / 10 Punkten
Solider Videotheken-Trash – harmlos, vorhersehbar, mit Spinnen, die lauter Charakter haben als die Menschen.
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