Ein Film, um den ich mich sehr lange gedrückt habe, kommt heute dran, denn der zweite Film der Fantastischen Vier ist alles andere als gut und so liegt er schon ewig auf dem Stapel der zu sehenden Filme und rutschte doch immer und immer wieder nach unten. Gesehen hatte ich den Film natürlich damals im Kino – als Marvelfan nimmt man dann auch so etwas mit.
Inhalt mit Spoiler
Der Silver Surfer sucht Planeten für seinen Meister aus, die dieser auffrisst. Galactus hinterlässt nur leblose Brocken im All: Jedes Leben wird vernichtet und als Nahrung genommen – und sein nächstes Ziel ist die Erde.
Hier sind die Fantastischen Vier zu Hause, die neuen Superstars, und es steht eine Hochzeit an: Reed und Sue wollen heiraten! Mal wieder, denn immer platzt der Termin wegen irgendwelcher Weltrettungen. So auch dieses Mal, da der Surfer auftaucht und die Party ruiniert. Johnny versucht ihn zu erwischen, doch er wird besiegt. Ergebnis: Johnny absorbiert bei Berührung die Kräfte der anderen – und gibt dafür seine ab.
Auch Doom ist unterwegs und spielt sein eigenes Spiel. Durch ihn kapiert man schließlich, dass die Macht des Surfers von seinem Brett kommt. Man trennt ihn davon und besiegt ihn so – doch das Alien warnt vor der Zukunft, denn Galactus wird kommen. Doom schlägt ebenfalls zu, schnappt sich das Brett und wird zur Silver-Surfer-Variant-Edition Doom. Nun hat er so viel Macht, dass er die Erde beherrschen kann. In ihrer Not übertragen alle F4 ihre Kräfte auf Johnny – und der haut Doom eins auf die Mütze.
Aber Galactus kommt zum Essen und findet einen gedeckten Tisch: die Erde. Da der Surfer auf Susan steht, rettet er die Erde, indem er sich gegen seinen Meister stellt. Scheinbar sterben beide (nach dem Abspann sieht man, dass der Surfer noch lebt). Abschließend hat Johnny seine Kräfte wieder unter Kontrolle, und Reed und Sue heiraten endlich.
Hintergrund
Ein kleiner Skandal war im Vorfeld: Die Amis sind ja recht prüde. In der ersten Trailerversion, die im Kino lief, war der Surfer nämlich nicht geschlechtslos – in einer Szene sah man durchaus, dass er unter seinem silbernen Hautanzug männlich ist. Das hat man dann noch nachbearbeitet, bevor der Film regulär in die Kinos kam.
Und einmal retuschieren, bitte …
Die Besetzung ist natürlich dieselbe wie im ersten Film, sogar Doom ist wieder dabei. Neu ist Doug Jones (Hellboy), der den Surfer spielte, aber nicht sprechen durfte – das übernahm Laurence Fishburne (Matrix). Dann ist da noch als fieser General Andre Braugher (Der Nebel, Salt). Als letztes neues Gesicht: Beau Garrett (eine kleine Rolle in Tron: Legacy), hier als Frankie Raye.
Im Comic finden sich der Surfer, Frankie und Galactus natürlich auch, Frankie war zeitweise sogar Herold von Galactus und hatte ähnliche Kräfte wie Johnny. Während man den Surfer wirklich 1:1 umgesetzt hat (da meckert kaum jemand), ist Galactus für viele ein Kritikpunkt. Klar, er ist zu schnell besiegt – aber ich finde seine Form wesentlich besser als in den normalen Comics. Im Film ist er wie eine todbringende Wolke (angelehnt an die Ultimate-Version). Der normale Galactus ist halt ein großer lila Mann, der Planeten isst. Im Film passt mir die Wolkenform besser; als Goodie gab’s immer mal wieder seinen Helm als Schatten zu sehen.
Außerdem gibt es endlich das Fantasticar (hier „Fantastic Car“) – auch recht nah an den Comics.
Fazit
Fangen wir mit dem an, was der Film richtig macht: den Silver Surfer – der ist stark umgesetzt. Auch mit Galactus in der Wolkenform kann ich leben. Der Endgag mit dem Brautstrauß war genau der Johnny-Humor, den ich erwarte. Mehr fällt mir dann aber nicht ein.
Der Rest der Witze ist mies. Johnny ist hier nicht der Hitzkopf mit Herz, der Ben aufzieht – er ist 90 % des Films ein großkotziges Arschloch und wirkt dadurch unsympathisch. Das Gummiding (Reed) sieht wie im ersten Teil bescheiden aus, aber es geht noch schlimmer: Sue. Im ersten Film konnte ich mit ihr leben, aber hier … keine Ahnung, was man gemacht hat: Jessica Alba sieht den kompletten Film über aus wie eine schlecht geschminkte Transe (und das wirft kein gutes Licht auf den Planeten des Surfers).
Andere Humoreinlagen sind wieder Kindergarten: Das Ding rülpst, Reed tanzt oder bekommt weiche Knie vor der Hochzeit. So etwas ruiniert den Film. Ich hätte ihre Kräfte im Alltag selbstverständlich eingesetzt gesehen – und nicht als Blödelnummern.
Dann Doom: wirkt reingequetscht und unnötig. Den Darsteller mag ich nach wie vor nicht. Dass man so locker mit ihm zusammenarbeitet, ist unglaubwürdig – und dass er im Baxter Building unbeaufsichtigt rumwerkeln darf, erst recht.
Der Endkampf: Super-Skrull-Johnny ist eine nette Idee, mehr aber auch nicht. Dooms Kampf hatten wir schon in Teil 1 – hier also Wiederholung. Der Surfer bekommt sein Brett zurück und denkt sich: „Wenn die schlecht geschminkte Transe sagt, ich habe eine Wahl, dann wird das wohl stimmen!“ Er fliegt hoch – und in drei Minuten ist Galactus besiegt. Ähm … ja, nee, ist klar. Dafür mussten nun zig andere Planeten sterben, weil er vorher nicht auf die Idee gekommen ist, sich zu wehren?
Dann lieber die Doom-Handlung streichen und das Team mit dem Surfer gegen Galactus kämpfen lassen. So ist es einfach Mist.
Wertung: Für den Surfer, Super-Skrull-Johnny und den Brautstrauß gibt’s 3 von 10 Punkten.
Matrix:
| Kategorie | Wertung | Begründung |
|---|---|---|
| Story | ⭐⭐☆☆☆ | Galactus kommt, aber der Film verzettelt sich wieder mit Doom und Hochzeitskram |
| Silver Surfer | ⭐⭐⭐⭐☆ | Optisch und atmosphärisch der klare Höhepunkt |
| Galactus | ⭐⭐⭐☆☆ | Wolke ist diskutabel, aber für dich weniger schlimm als der Comic-Riesenmann |
| Fantastic Four | ⭐⭐☆☆☆ | Teamdynamik bleibt flach, viele Witze zünden nicht |
| Doom | ⭐☆☆☆☆ | Wirkt reingepresst und wiederholt Teil 1 |
| Humor | ⭐⭐☆☆☆ | Brautstraußgag gut, der Rest oft Kindergarten |
| Effekte | ⭐⭐☆☆☆ | Surfer stark, Reed weiterhin problematisch |
| Wiedersehwert | ⭐☆☆☆☆ | Eher Comicpflicht als Vergnügen |
Endwertung: 3 von 10 Punkten
Ein Film mit einem starken Silver Surfer, einer für dich akzeptablen Galactus-Idee und einem netten Super-Skrull-Johnny-Moment. Leider wird das alles von miesem Humor, schwachem Doom-Recycling und verschenkter kosmischer Fallhöhe zugeschüttet.
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