🪳Diesen Film habe ich mir damals mit 18 aus der Videothek ausgeliehen – lang, lang ist’s her.
Jetzt hab ich ihn für 1 € in der Wühlkiste gefunden.
Und mal ehrlich: Bei einem Euro kann man als Horrorfan eigentlich nichts falsch machen.
⚠️ Inhalt mit Spoiler
New York wird von einer mysteriösen Seuche heimgesucht,
die vor allem Kinder dahinrafft.
Die Überträger: Kakerlaken.
Um die Epidemie zu stoppen, erschaffen zwei Wissenschaftler genetisch veränderte Insekten –
sogenannte „Judaskäfer“.
Diese sollen die Kakerlaken ausrotten und anschließend selbst sterben.
Der Plan geht auf, die Seuche ist besiegt,
und alle feiern die Wissenschaftler als Helden.
Drei Jahre später machen dieselben Forscher jedoch eine beunruhigende Entdeckung:
Ein Exemplar der eigentlich ausgestorbenen Art wird gefunden –
lebendig, riesig und ziemlich aktiv.
Offenbar haben die Viecher gelernt, sich weiterzuentwickeln.
Und sie haben sich verdammt gut angepasst …
Denn die Judaskäfer sind inzwischen menschengroß
und können ihre Feinde täuschend echt nachahmen –
nicht nur in der Bewegung, sondern auch im Aussehen.
In der Kanalisation stoßen die Forscher schließlich auf ihr Nest
und werden von den Monstern eingekreist.
Eine Explosion der Gasleitungen vernichtet das Labyrinth unter der Stadt –
und das letzte Männchen wird getötet.
New York ist (zumindest vorerst) wieder sicher.
🎬 Hintergrund & Fun Facts
Regie führte Guillermo del Toro, der später mit Blade II, Hellboy, Pans Labyrinth, Pacific Rim und Shape of Water noch deutlich bekannter wurde.
In den Hauptrollen sehen wir Jeremy Northam und Mira Sorvino. Sorvino hatte damals gerade ihren Oscar für Geliebte Aphrodite im Rücken, auch wenn Mimic sicher nicht der Film ist, mit dem man sie heute zuerst verbindet.
Interessanter sind aus heutiger Sicht fast die Nebenrollen: Josh Brolin war damals noch „der Goonie von früher“ und startete erst Jahre später richtig durch, unter anderem mit No Country for Old Men, True Grit und als Thanos im Marvel-Universum. Und wer genau hinsieht, entdeckt in einer winzigen Klärwerkszene einen jungen Norman Reedus, lange bevor er als Daryl durch The Walking Dead stapfte.
Der Film basiert auf einer Kurzgeschichte von Donald A. Wollheim,
einem Science-Fiction-Autor der 50er und 60er Jahre.
Mimic brachte zwei Fortsetzungen hervor,
die beide direkt auf DVD erschienen und kaum Beachtung fanden.
💭 Fazit
Mimic ist kein großes Kino, aber ein solider Monsterfilm mit erstaunlich brauchbarer Atmosphäre. Der Film riecht förmlich nach U-Bahn-Schacht, Regenwasser, Keller und schlechter Entscheidung. Gerade dieser feuchte, dunkle 90er-Horror-Look funktioniert bis heute ziemlich gut.
Die Effekte sind, gemessen an 1997, wirklich ordentlich. Ich kenne neuere Produktionen, die deutlich billiger aussehen. Natürlich sieht man dem Film sein Alter an, aber die Kreaturen haben Gewicht, Präsenz und wirken nicht wie schnell gerenderte Bildschirmunfälle.
Wer Insekten hasst, wird hier seinen Spaß haben. Oder eben seinen Albtraum. Hier wird nicht gequietscht wie bei Arac Attack, hier wird gefressen. Echte Killermaschinen statt Cartoon-Krabbeltiere, das hat schon was.
Kein Muss, aber ein schöner Griff aus der 1-Euro-Kiste.
6 von 10 Punkten.
Solide, düster, ein bisschen eklig. Genau wie’s sein soll.
| Kategorie | Wertung | Begründung |
|---|---|---|
| Story | ⭐⭐⭐☆☆ | Klassischer Genexperiment-geht-schief-Monsterplot |
| Atmosphäre | ⭐⭐⭐⭐☆ | U-Bahn, Regen, Keller, Kanalisation: schön feucht und düster |
| Kreaturen | ⭐⭐⭐⭐☆ | Ordentliches Design, spürbare Präsenz, gute 90er-Effekte |
| Figuren | ⭐⭐⭐☆☆ | Funktional, aber nicht der Grund, warum man den Film schaut |
| Horror/Ekel | ⭐⭐⭐☆☆ | Mehr Krabbelunbehagen als echter Terror |
| Del-Toro-Faktor | ⭐⭐⭐☆☆ | Visuell schon erkennbar, aber noch nicht voll entfaltet |
| Trashwert | ⭐⭐☆☆☆ | Eher solider Monsterfilm als schöner Quatsch |
| Wiedersehwert | ⭐⭐⭐☆☆ | Guter Wühlkistenfund, kein Pflichtklassiker |
Endwertung: 6 von 10 Punkten
Ein solider, atmosphärischer 90er-Monsterfilm mit feuchtem U-Bahn-Look, brauchbaren Kreaturen und genug Krabbel-Ekel, um die 1-Euro-Kiste zu rechtfertigen.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen