Ich erwähnte es schon mal bei einem anderen Film: Mein Schwerpunkt liegt wohl bei Horrorfilmen – was aber nicht heißt, dass ich nur solche Filme sehe. Ab und zu steht mir auch der Sinn nach etwas anderem. Wenn man den Kopf frei bekommen will, einfach etwas seichte Unterhaltung sucht – ja, dann kann man zu Ace Ventura greifen.
Diese Woche hatte ich schon zwei Predator-Filme und drei Teile von Aliens gesehen – da war es Zeit, mal das Gummihuhn auszupacken.
Inhaltsangabe mit Spoiler
Das Maskottchen der Footballmannschaft der Miami Dolphins wurde entführt – der Delfin Snowflake! Man steht kurz vor der Meisterschaft und ist so verzweifelt, dass man den durchgeknallten Tierdetektiv Ace Ventura um Hilfe bittet.
Seine Methoden sind etwas seltsam, doch er findet etwas im Filter von Snowflakes Becken: einen kleinen Edelstein. Ace ist sich sicher, dass dieser Edelstein etwas Besonderes ist – nämlich ein Stein von einem Meisterschaftsring des Jahres 1984. Irgendwer, der damals so einen Ring bekommen hat, muss seiner Meinung nach Snowflake entführt haben.
Er klappert nun einen Profi nach dem anderen ab und untersucht die Ringe, aber überall sind alle Steine vorhanden. Durch Zufall erfährt er jedoch von einem Spieler, der nicht auf dem Mannschaftsbild ist, und macht sich auf die Suche nach ihm. Dieser Spieler hatte damals den entscheidenden Ball verhauen und sich zum Gespött der Nation gemacht. Ein anderer hatte die Sache gerettet – doch der landete später in der Klapse.
Hier ist er jedoch nicht mehr: Der Spieler ist wie vom Erdboden verschluckt. In seinen Sachen in der Anstalt findet Ace allerdings einen Hinweis – einen Frauennamen, der ihm bekannt vorkommt. Es ist der gleiche Name wie der der Chefin der Polizei, die Ace hasst! Er zählt eins und eins zusammen: Die Chefin ist in Wahrheit der verschwundene Spieler, der sich hat umoperieren lassen und nun Rache an den Dolphins nehmen will, indem sie ihnen die Meisterschaft versaut. Inzwischen ist auch ihr Spitzenspieler entführt worden. Ace rettet am Ende sowohl ihn als auch Snowflake vor der rachsüchtigen „Transe“!
Japp, die Geschichte ist dünn. Aber der Film wird eh nicht durch die Story getragen, sondern durch Jim Carrey. Für ihn war Ace Ventura der große Durchbruch. Danach folgten Die Maske, Dumm und Dümmer und viele weitere Filme, die seinen Stil prägten.
Ohne Carreys Gummigesicht könnte man den Film komplett vergessen – aber man sollte noch eine Nebendarstellerin erwähnen, die 1994, als der Film in die Kinos kam, noch ganz am Anfang ihrer Karriere stand: Courtney Cox. Im selben Jahr startete Friends, die Serie, die sie in zehn Staffeln reich machte.
In Deutschland hat der Film noch ein zweites Problem: Wir können mit Football einfach wenig anfangen. Das Thema ist sehr amerikanisch – Superbowl, Football, Maskottchen – das holt hierzulande kaum jemanden ab.
Ansonsten gibt es zu diesem Film kaum etwas zu berichten: keine Skandale, keine Effekte, kaum bekannte Darsteller. Sei’s drum – bin ich heute eben mal früh fertig. 😄
Wobei, keine Skandale? Rückblickend ist das Ende von Ace Ventura heute nicht ganz unumstritten. Die Auflösung, dass die Chefin der Polizei in Wahrheit ein umoperierter Mann ist, gilt inzwischen als transfeindlich. Besonders die Szene, in der alle Figuren sich angewidert übergeben, wird heute als respektlos angesehen.
1994 hat das kaum jemand hinterfragt – damals war das eher ein „Schockgag“, wie man ihn aus 90er-Komödien kannte. Heute sieht man das mit mehr Bewusstsein für Identität und Respekt, und der Film hat deswegen in den letzten Jahren auch Kritik bekommen.
Trotzdem bleibt Ace Ventura ein Zeitdokument seiner Ära: ein wilder, völlig überdrehter Klamaukfilm, der Jim Carrey zur Legende machte – aber eben auch zeigt, wie sich Humor und gesellschaftliche Wahrnehmung in 30 Jahren verändern können.
Aber manchmal denke ich auch, dass wir zu sensibel geworden sind in unserer Wahrnehmung. Ist der Gag scheiße? Ja. Muss man deshalb ein Fass aufmachen? Nein. Er stammt aus einer anderen Zeit – ich würde mich nicht daran stören, weil eben 30 Jahre seit der Veröffentlichung ins Land gegangen sind.
Fazit:
Der Film ist nett, aber mir an einigen Stellen doch zu albern. Und das sage ich als jemand, der Teil 2 lieber mag als Teil 1 und sich bei der Nackten Kanone regelmäßig unter den Tisch lacht. Irgendwie holt mich hier aber der Humor einfach nicht ab.
5 von 10 Punkten – gibt’s daher nur für den guten Ace in seiner ersten Mission.
| Kategorie | Wertung | Begründung |
|---|---|---|
| Story | ⭐⭐☆☆☆ | Dünner Detektivplot rund um ein entführtes Delfin-Maskottchen |
| Darsteller | ⭐⭐⭐⭐☆ | Jim Carrey trägt den Film fast allein, Courteney Cox solide |
| Humor | ⭐⭐⭐☆☆ | Viel Körperkomik und Klamauk, aber nicht jeder Gag zündet |
| 90er-Faktor | ⭐⭐⭐⭐☆ | Sehr deutlich ein Produkt seiner Zeit |
| Wiedersehwert | ⭐⭐☆☆☆ | Kultig, aber für dich nicht Carreys bester Komödienmoment |
Endwertung: 5 von 10 Punkten
Ein kultiger, aber sehr unausgewogener 90er-Klamaukfilm, der fast komplett von Jim Carreys Energie lebt. Teilweise witzig, teilweise nervig, teilweise schlecht gealtert.
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