🧬 Dann sind wir also fast am Ende der klassischen X-Men-Reihe.
Doch bevor wir in die Spin-offs abbiegen, widmen wir uns dem großen Finale der ursprünglichen Trilogie. Nach dem grandiosen zweiten Teil war die Vorfreude riesig. Doch konnte man Teil 2 überhaupt noch toppen? Ich war damals skeptisch man kündigte so viele Figuren an, wie sollte man die alle sinnvoll und würdig nutzen?
Inhalt mit Spoiler
Es gibt eine Lösung für das Mutantenproblem: ein Serum namens Hope, das das X-Gen neutralisiert.
Es wurde aus den Zellen eines Mutanten gewonnen, der die Fähigkeit besitzt, andere Mutationen aufzuheben.
Hope funktioniert – und die Mutantengemeinschaft ist gespalten.
Einige wollen endlich ein „normales“ Leben führen, andere sehen die Impfung als Angriff auf ihre Existenz.
Magneto sieht das Schlimmste kommen: Noch ist die Impfung freiwillig, doch er glaubt, dass bald jeder Mutant zwangsgeimpft wird.
Währenddessen trauert Scott (Cyclops) immer noch um Jean. Er fährt zum See, an dem sie gestorben ist – und findet sie dort lebendig.
Als die X-Men eintreffen, ist Scott verschwunden, und Jean scheint ihn getötet zu haben.
Denn Jean hat eine gespaltene Persönlichkeit: Auf der einen Seite ist sie selbst, auf der anderen Phoenix, eine ungezügelte Urkraft ohne moralische Grenzen.
Xavier hatte Phoenix jahrelang mithilfe mentaler Barrieren in Schach gehalten. Jetzt ist sie frei – und das erste, was sie tut, ist, Professor X zu töten. Danach läuft sie zu Magneto über, der sie mit schmeichelnden Worten auf seine Seite zieht.
Magneto hat damit einen mächtigen Trumpf, während die X-Men führungslos dastehen.
Storm übernimmt schließlich das Kommando – und beschließt, die Schule weiterzuführen.
Das Finale findet in San Francisco statt, wo Magneto die Insel angreift, auf der das Hope-Serum hergestellt wird.
Es kommt zum großen Showdown: Magnetos Bruderschaft gegen die letzten X-Men.
Natürlich wird der Junge gerettet, aus dessen Zellen Hope gewonnen wurde, und Magneto wird selbst mit dem Serum „geheilt“.
Doch Phoenix dreht endgültig durch – und Wolverine muss sie aufhalten.
Er tötet Jean in einem tragischen Moment, während sie zu sich kommt – der Phönix stirbt in seinen Armen.
🧬 Die neuen und alten Mutanten
Der Film platzt vor Mutanten.
Iceman ist nun fest im Team, Colossus und Shadowcat ebenfalls.
Neu dabei sind Beast, gespielt von Cheers/Fraiser-Star Kelsey Grammer, und Angel, dargestellt von Ben Foster (30 Days of Night, Alpha Dog).
Juggernaut ist als neuer Bösewicht am Start – leider völlig verschenkt.
Andere Figuren wie Multiple Man, Callisto oder Spike haben kaum Screentime.
Von Nightcrawler fehlt jede Spur – obwohl der Darsteller eigentlich für zwei Filme unterschrieben hatte.
🔙 Hintertürchen, wohin man schaut
Der Film hält sich jede mögliche Tür offen:
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Scott – tot? Vielleicht. Eine Leiche sieht man nicht.
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Professor X – tot? Am Ende hört man seine Stimme in einer Post-Credit-Szene bei Moira McTaggert.
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Magneto – seine Kräfte? Nur teilweise verloren, wie man beim Schachspiel im Park sieht.
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Jean – als Phoenix ist Wiedergeburt quasi Teil des Pakets.
Kurz gesagt: Niemand ist wirklich tot, jeder kann zurückkehren.
🎬 Hinter den Kulissen – was schiefging
Nach zwei gelungenen Filmen von Bryan Singer war der Aufschrei groß, als bekannt wurde, dass er X-Men 3 nicht drehen würde.
Er zog Superman Returns vor – und nahm gleich James Marsden (Cyclops) mit.
Deshalb ist Cyclops hier nur eine Randfigur.
Auch Halle Berry war eigentlich raus – sie hatte gerade ihren Oscar gewonnen und mit Catwoman (äh, ja…) einen eigenen Superheldenfilm am Start.
Doch nachdem Catwoman an den Kinokassen krachend scheiterte, kam sie zurück – allerdings nur unter zwei Bedingungen:
mehr Screentime und ihr Gesicht prominent auf dem Kinoplakat. Beide Wünsche wurden erfüllt.
So hat am Ende fast nur noch Wolverine Lust auf seinen Job – und entsprechend viel Platz im Film.
⚙️ Zu viele Figuren, zu wenig Film
Im Vorfeld kündigte man stolz eine ganze Parade neuer Charaktere an:
Colossus, Iceman, Angel, Shadowcat, Beast – auf der Gegenseite Callisto, Juggernaut, Stacy X und Co.
Was man bekam, waren Trailerauftritte ohne Tiefgang.
Angel? Alles, was man im Film sieht, war schon im Trailer.
Colossus und Shadowcat? Zwei Sätze.
Rogue und Mystique? Fast gestrichen.
Statt Qualität gab’s Quantität – und das rächt sich.
Dazu kommen Effekte, die teils erschreckend billig wirken.
Iceman in Eisform? Lächerlich.
Colossus? Sah im zweiten Teil deutlich besser aus.
📚 Comicvorlage
Als grobe Vorlage diente die legendäre Dark Phoenix Saga, gemischt mit dem Hope-Serum-Plot aus späteren Comics.
Beide Geschichten sind echte X-Men-Klassiker, mehrmals in Deutschland erschienen – etwa in den Condor-Taschenbüchern der 80er, später bei Panini im X-Men Archiv oder als Luxusausgabe im Messe-Schuber.
🔮 Zukunftspläne und Spin-offs
Der letzte Widerstand wurde als Abschluss der Trilogie beworben, doch Marvel ließ sich Hintertüren offen.
Beast, Angel, Colossus und Shadowcat hatten Verträge über drei Filme – ein Indiz, dass man weitermachen wollte.
Geplant war zunächst ein Wolverine-Solo-Film (kam 2009), anschließend ein Magneto-Film, der aber nie realisiert wurde.
Dessen Plot-Ideen flossen später in X-Men: First Class ein – mit jungen Versionen bekannter Figuren, angesiedelt in den 60ern.
Aber wo war eigentlich das Problem? Weil der Film war rein finanziell ein Erfolg. Das Problem war dass man nicht wusste wohin man wollte oder sollte. Nach Teil 3, waren die Kritiken sehr viel Gemischter als vorher. Man hatte sich festgeschrieben, fast der komplette alte Cast war weg, sollte man nun direkt Professor X zurück holen? Wenn nicht nur Wolverine in einem Film wo X-Men drauf stand? Halle Berry war ja schon bei Teil 3 schon nur knapp wieder dabei gewesen. Fox entschied sich den einfachsten Weg zu gehen. Wozu den ganzen Murks wieder aufnehmen, viel Geld für einen breiten Cast in die Hand nehmen müssen wenn Wolverine auch alleine zurückkehren konnte. Erst nach den Soloabenteuern traute man sich an einen neuen versuch und hier gezielt mit Figuren die vorher noch nicht im Fokus gestanden hatten.
⚡ Fazit
Weniger ist manchmal mehr.
Bis auf Wolverine und Storm bekommt hier kaum eine Figur genug Raum.
Juggernaut ist albern, Beast wirkt wie ein Kostümversuch aus den 80ern, und Angel ist komplett überflüssig. Ich weiß Angel ist schwer, lahme Kräfte, aber ein kleines Geheimnis: Batman hat gar keine Kräfte, schreib einen Charakter interessant mit einer Story, dann kann der tragen, auch wenn er 'nur' fliegen kann. Ich mein schaut man sich mal Falcon bei den Avengers an, im Kino absolute Highlightszenen dem im Kampf zu folgen. Und Juggernaut? Lass wir das mit dem Helmchen war das einfach nix.
Die Effekte schwanken, die Story ist vorhersehbar, und man merkt deutlich, dass der Film bloß niemanden verprellen wollte – jede Figur durfte irgendwie „vielleicht zurückkommen“.
Trotzdem: Reine Popcorn-Action kann auch Spaß machen.
Wenn man die Erwartungen an Teil 2 runterschraubt, funktioniert Der letzte Widerstand als laute, bunte Mutantenschlacht ganz ordentlich.
Wertung: 6 von 10 Punkten.
Mehr Explosionen als Emotionen – aber immerhin unterhaltsam.
| Kategorie | Wertung | Begründung |
|---|---|---|
| Story | ⭐⭐⭐☆☆ | Cure-Plot und Phoenix-Saga sind starke Ansätze, aber zu vollgestopft |
| Darsteller | ⭐⭐⭐⭐☆ | Jackman, McKellen, Stewart und Grammer funktionieren, viele andere gehen unter |
| Action | ⭐⭐⭐⭐☆ | Groß, laut und comicartig, aber oft mehr Spektakel als Spannung |
| Comicgefühl | ⭐⭐⭐☆☆ | Viele Mutanten, große Kräfte, bekannte Vorlagen, aber zu wenig Tiefe |
| Figurenentwicklung | ⭐⭐☆☆☆ | Cyclops, Rogue, Angel, Mystique und Juggernaut werden verschenkt |
| Effekte | ⭐⭐⭐☆☆ | Einige starke Momente, aber auch sichtbar schwächere CGI und Kostüme |
| Wiedersehwert | ⭐⭐⭐☆☆ | Als Popcorn-Mutantenschlacht unterhaltsam, als Finale enttäuschend |
Endwertung: 6 von 10 Punkten
Ein überladener, unausgewogener, aber noch immer unterhaltsamer X-Men-Film. Als Abschluss der Trilogie enttäuschend, als bunte Mutantenschlacht mit Nostalgie und ordentlich Krawall durchaus brauchbar.
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