Geht es noch schlimmer als Teil 2? Ich hatte beim zweiten Teil kurz überlegt, die Wertung etwas höher anzusetzen, damit noch Luft nach unten bleibt. Aber das hatte der Film einfach nicht verdient.
Was erwarte ich nun also von Teil 3? Jedenfalls nicht Jean-Claude Van Damme. Mit dem wird zum Glück nicht mehr geworben wie beim Vorgänger. Ich erwarte also wenig. Und genau dadurch kann der Film mich vielleicht sogar positiv überraschen.
Inhalt mit Spoilern
Alex erzählt seinem Sohn eine Geschichte, während er ihn trainiert. Damals war er Karate-Kunsthändler. Ich glaube, ich gehe morgen zum Arbeitsamt und frage, wie ich das auch werden kann.
Jedenfalls vereitelt Alex einen Casinoüberfall. Leider rauben die Ninjas dabei trotzdem Juwelen. Da Alex dem Casinobesitzer noch einen Gefallen schuldet, rennt er zu einem Lagerhaus und vermöbelt dort mit viel „HOOOO!“, „HEEEE!“ und „HAAAA!“ die Ninjas, die noch immer verkleidet ihre Beute zählen. Die geraubten Edelsteine gibt er zurück.
Ein Freund des Casinobesitzers ist beeindruckt und will Alex beim Kumite dabeihaben, das er ausrichtet. Alle sollen auf Alex setzen, nur er selbst wird auf das Biest setzen. Er will es so drehen, dass Alex und das Biest ins Finale kommen, und dort soll Alex dann verlieren. Alex sagt aber: nö, kein Bock.
Duvalier, so heißt der Böse, überlegt nun, wie er Alex doch noch zur Teilnahme überreden kann. Richtig: eine Bombe bei seinem Meister Sun. Nebenrollen aus alten Teilen kosten schließlich Geld. Also: Bumm, Sun tot, Alex beleidigt.
Gut, dass es noch einen Bruder von Sun gibt. Der sagt im Grunde: Ach komm, kämpf doch. Also kämpft Alex. Vorher trainiert er aber natürlich noch bei Sun 2.0.
Nach dem Training geht es auf zum Kumite. Alex haut alle um und tritt im Finale gegen das Biest an. Dort heißt es mal wieder: Ohgottogott, der besiegt mich! Dann kommt die Rückblende auf Sun 2.0, neue Kraft wird gesammelt, und Alex besiegt das Biest. Yeah, gewonnen. Welche Überraschung.
Hintergrund
FM Entertainment hatte schon den letzten Film umgesetzt. Offenbar war danach klar: Für Teil 3 spart man sich den großen Kino-Umweg und stellt das Ding direkt in die Videotheken. Das erkennt man auch. Die Bildqualität ist deutlich mieser als beim Vorgänger, und auch die Synchro hat ordentlich gelitten. „HAAA!“, „HEEE!“ und „HOOO!“ hört man ständig, scheinbar einmal eingesprochen und dann bei jedem Kampf wieder abgespielt.
Daniel Bernhardt ist erneut als Alex Cardo am Start. Wirklich überrascht hat mich allerdings Jonathan Rhys-Davies als Schurke Duvalier. Der Mann spielt einfach überall mit: Indiana Jones, James Bond, Gimli in Der Herr der Ringe, Sliders. Der hat eine Vita voller toller Produktionen und wirklich vieler Gurken wie dieser hier. Scheinbar hat er Spaß, solange der Paycheck stimmt.
Wie erfolgreich der Film war, lässt sich kaum sagen. Ohne Kinoauswertung gibt es keine genauen Zahlen. Da der Film aber sehr billig in Sri Lanka gedreht wurde, keine große PR machte und offenbar einfach in Videotheken und Supermärkte gestellt wurde, wird man schon irgendwie grüne Zahlen geschrieben haben. Erfolgreich genug war er jedenfalls, dass mit gleichem Hauptdarsteller noch Teil 4 produziert wurde.
Fazit
Warum erzählt Alex diese Geschichte eigentlich seinem Sohn? Damit ist doch von Anfang an klar, dass er überlebt. Spannungstechnisch ist das nicht gerade die hohe Kunst des Drehbuchschreibens.
Letztlich bekommen wir den dritten Aufguss vom gleichen Tee, und er wird immer dünner. Wieder gibt es das Kumite. Wieder gibt es einen ganz bösen Kämpfer. Wieder tötet dieser Kämpfer einen Gegner im Kampf. Wieder verliert unser Held fast. Wieder erinnert er sich im entscheidenden Moment an sein Training. Und wieder gewinnt er natürlich.
Was man diesmal anders macht: Man hält sich nicht mehr groß mit Nebenfiguren in der Arena auf. Das Biest redet nicht, alle anderen Kämpfer sind bedeutungslos, und Jonathan Rhys-Davies sitzt hauptsächlich herum und schaut zu. Immerhin wertet er den Film dadurch noch ein wenig auf.
Handwerklich wirkt Bloodsport 3 deutlich schlechter produziert als Teil 2. Das liegt vermutlich daran, dass man direkt fürs Heimkino drehte und das Budget entsprechend gekürzt wurde. Trotzdem muss ich sagen: Im Vergleich zu Teil 2 hatte ich hier etwas mehr Spaß. Vielleicht, weil die Fallhöhe nach dem Vorgänger nicht mehr existierte.
Ich frage mich nur, warum man nicht einfach wie in jedem Arcade-Prügler coole Gegner aufbaut, gegen die Alex antreten muss. Mortal Kombat, Street Fighter, irgendwas. Einfach mal ein bisschen Mühe geben. Gib jedem Gegner einen Look, eine Macke, einen Kampfstil, einen kleinen Aufbau. So schwer ist das nicht. Selbst ein Arcade-Automat von 1994 wusste das besser.
So landet der Film bei mir bei 3 von 10 Punkten. Immerhin besser als Teil 2.
Kategorie |
Wertung |
Begründung |
|---|---|---|
Story |
⭐☆☆☆☆ |
Wieder Kumite, wieder böser Gegner, wieder Trainingsrückblende, nur dünner |
Darsteller |
⭐⭐☆☆☆ |
Bernhardt bleibt okay, Rhys-Davies wertet das Ganze im Sitzen etwas auf |
Kämpfe |
⭐⭐☆☆☆ |
Viel Geschrei, viel Standard, wenig erinnerungswürdige Gegner |
Dramaturgie |
⭐☆☆☆☆ |
Durch die Rahmenhandlung ist der Ausgang praktisch sofort klar |
Produktion |
⭐⭐☆☆☆ |
Sichtbar billiger als Teil 2, Direct-to-Video tropft aus jeder Pore |
Trashwert |
⭐⭐⭐☆☆ |
Karate-Kunsthändler, Sun 2.0 und HAAA-Synchro sorgen für Kuriositätswert |
Wiedersehwert |
⭐☆☆☆☆ |
Besser als Teil 2, aber das ist eher Notausgang als Kompliment |
Endwertung: 3 von 10 Punkten
Billiger,
dünner und fauler als der Vorgänger, aber durch die niedrigere
Fallhöhe und ein paar absurde Details etwas unterhaltsamer. Kein
guter Film, aber immerhin mehr Blödsport-Kuriosität als reine Qual.
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