Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2
Ich hatte so geweint!
Nein, nicht weil Harry Potter vorbei ist – jede gute Saga braucht einen Anfang und ein Ende, und das haben wir nun erreicht.
Nein, der Grund war der Preis auf der Kinokarte: 13,50 €! Finde ich schon viel für einen Film in 3D. Aber man muss sagen, das Kino bot den Film immerhin auch in 2D an – ein Fortschritt! Leider musste ich aus Zeitgründen in die Spätvorstellung, und die lief nur in 3D. Egal – Potter war mir das Geld wert.
Inhalt mit Spoiler
Dobby ist tot, und der Dunkle Lord hat den Elderstab an sich gebracht. Doch Harry glaubt zu wissen, wo ein weiterer Horkrux versteckt ist: im Safe von Bellatrix Lestrange bei Gringotts. Ein geretteter Kobold hilft ihnen beim Einbruch, verlangt aber das Schwert von Gryffindor als Gegenleistung. Harry willigt ein.
Sie finden den Horkrux, doch der Kobold haut ab – sein Deal war schließlich nur, sie rein, nicht raus zu bringen. Die Flucht gelingt mit einem Drachen, den man zuvor in den Gewölben befreit. Nun hat man den Horkrux, aber kein Schwert mehr, um ihn zu zerstören.
Ron darf auch mal nützlich sein und erinnert sich: Das Tagebuch war ebenfalls ein Horkrux und wurde mit einem Basiliskenzahn zerstört – und wo liegt ein toter Basilisk? Richtig: unter Hogwarts. Also zurück zur Schule!
Doch dort herrscht nun Snape – und mit ihm die Todesser. Es kommt zum Aufstand. Lehrer, Schüler und der Orden des Phönix stellen sich auf Harrys Seite und errichten einen Schutzwall. Doch Voldemort ist zahlenmäßig überlegen. Zwei Horkruxe werden zerstört, und Harry weiß dank seiner Verbindung zu Voldemort: Der letzte ist Nagini, die Schlange.
Voldemort lässt den Schutzwall einstürzen. Er tötet Snape – oder vielmehr lässt Nagini das erledigen. Im Sterben gibt Snape Harry eine Erinnerung, die er ins Denkarium bringen soll.
Dort erfährt Harry, dass Snape Lily geliebt und Dumbledore auf dessen Wunsch hin getötet hat. Außerdem erfährt er, dass es einen achten Horkrux gibt – und zwar ihn selbst. Der Teil von Voldemort, der in Harry lebt, muss sterben. Also geht Harry in den Wald, um sich zu opfern.
Voldemort tötet Harry – glaubt er zumindest.
Im „Zwischenreich“ trifft Harry auf Dumbledore, der ihm erklärt, dass nur der Teil von Voldemort in ihm gestorben ist. Harry darf zurückkehren – und tut es.
Dracos Mutter erkennt, dass Harry lebt, verrät es aber nicht, weil sie wissen will, ob ihr Sohn überlebt hat.
Hagrid trägt Harrys scheinbar leblosen Körper nach Hogwarts. Voldemort triumphiert – doch Harry lebt. Neville stellt sich ihm mutig entgegen, zieht das Schwert von Gryffindor aus dem sprechenden Hut und tötet Nagini. Voldemort ist nun sterblich und wird – trotz Elderstab – von Harry besiegt.
Warum? Weil der Stab Harry gehorcht. Draco hatte einst Dumbledore entwaffnet, Harry später Draco – also gehört der Stab ihm.
Harry zerbricht den Elderstab und wirft ihn von den Zinnen der Burg.
Neunzehn Jahre später: Harry und Ginny bringen ihren Sohn Albus Severus zum Gleis 9¾. Auch Ron, Hermine und Draco sind da. Ein schöner Kreis schließt sich.
Anmerkungen
Ich geb’s zu: Ich bin etwas wehmütig. Nicht so sehr, dass ich in Tränen ausbreche, aber nach zehn Jahren Filmgeschichte ist das schon ein Einschnitt. Ich frage mich, ob sich das Studio nicht manchmal in den Hintern beißt, dass man die langen Bücher nicht schon früher geteilt hat – das hätte die Kassen sicher noch länger klingeln lassen.
Aber es ist vorbei. Und das ist gut so.
Harry Potter ist keine Endlossoap, sondern eine abgeschlossene Buchreihe, die sich filmisch würdig verabschiedet. Der zweite Teil wurde direkt mit dem ersten gedreht – alles wirkt aus einem Guss, stimmig und geschlossen. Die Effekte sind großartig, das 3D solide (die Gringotts-Fahrt war ein Highlight), und die Schauspieler zeigen erneut tolle Leistungen.
Ron ist zwar immer noch hässlich, aber immerhin nicht mehr ganz so albern. Schön, dass man viele alte Bekannte noch einmal sieht – Dumbledore, Sirius, Lupin, Trelawney, Seamus… nur die Hausgeister fehlen (außer der Ravenclaw-Dame).
Was mir allerdings gefehlt hat, war ein emotionaler Abschluss. Nach acht Filmen und zehn Jahren wäre ein kurzer Rückblick schön gewesen – etwa im Abspann mit Bildern der Hauptfiguren aus Teil 1 und Teil 8, um die Entwicklung zu würdigen. So war das Ende etwas abrupt.
Für die jungen Stars beginnt nun ein neues Kapitel.
Daniel Radcliffe steht am Broadway auf der Bühne, Rupert Grint (der „hässliche Ron“) hat schon neue Filmrollen, Emma Watson studiert, und Tom Felton ist in Planet der Affen: Prevolution zu sehen.
Mal sehen, wer als Erster mit einem „Ich war zu jung, meine Kindheit war dahin, also fing ich an zu saufen“-Interview um die Ecke kommt.
Fazit
Nicht der beste Potter-Film, aber ein würdiger Abschluss einer großartigen Reihe, die sich von einem Kinderabenteuer zu einem epischen Kampf Gut gegen Böse entwickelt hat.
8 von 10 Punkten – Pflichtprogramm für jeden Potter-Fan!
📊 Bewertungsmatrix – Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 2 (2011)
Story ⭐⭐⭐⭐☆ Konsequent, episch, rund abgeschlossen – auch wenn manches sehr erklärlastig wirkt
Darsteller ⭐⭐⭐⭐☆ Starkes Ensemble; Snape emotionaler Höhepunkt, Ron endlich erträglich
Action & Effekte ⭐⭐⭐⭐⭐ Großes Finale, starke Schlachten, sauberes CGI; 3D überraschend solide
Atmosphäre ⭐⭐⭐⭐☆ Düster, dramatisch, würdig – echtes Endzeitgefühl für Hogwarts
Trashfaktor ⭐☆☆☆☆ Nahe null; höchstens ein paar Fantasy-Übererklärungen
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