⚰️ Regie: David Yates
🪄 Es war einmal …
Es war einmal, vor langer Zeit, ein Zauberlehrling, der in sieben Büchern seine Autorin zur reichsten Frau Englands machte.
Dies schaffte der junge Zauberer nicht nur durch seine sieben Bücher, sondern auch dadurch, dass diese verfilmt wurden.
Den vorletzten Film sah dann ein junger (verhältnismäßig) Mann, der einen Blog hatte, wo er gerne mal über Filme schrieb.
So zog es sich zu, dass interessierte Leser sich über den Film informieren konnten, so sie denn wollten – einer dieser Leser bist du.
Das Kino war rappelvoll und in jedem zweiten Saal lief der Film. Ich hatte die Karten zeitig vorbestellt, sodass ich den Film im großen Saal, Loge und fast mittig sehen konnte – also alles perfekt für den perfekten Kinoabend.
Wenn denn der Film mitmacht … legen wir los:
⚠️ Inhalt mit Spoiler
Die Zeiten sind gefährlich: Voldemort will die Macht und Harry töten.
Daher muss Harry in Sicherheit gebracht werden.
Da man niemandem mehr trauen kann und man Harry, der noch minderjährig ist, verfolgen kann, wenn er sich teleportiert, muss er auf anderem Wege weggebracht werden.
Der Orden des Phönix entscheidet sich, Harry mit Vielsafttrank zu vervielfältigen und sich anschließend aufzuteilen, um eventuelle Angreifer zu verwirren.
Tatsächlich kommt es direkt nach dem Start schon zum Angriff, aber Harry entkommt – auch wenn seine Eule Hedwig dabei heldenhaft stirbt.
Aber nicht nur die arme Hedwig befindet sich nun im Eulenhimmel, auch Mad-Eye Moody beißt ins Gras.
Die anderen kommen sicher im Fuchsbau an. Der Zaubereiminister persönlich händigt Harry, Ron und Hermine Dumbledores Vermächtnisse aus:
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Ein merkwürdiges Gerät für Ron, mit dem er Licht einfangen und wieder abgeben kann
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Für Hermine ein Märchenbuch
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Für Harry den ersten Schnatz, den er je gefangen hat, sowie das Schwert von Gryffindor, das das Ministerium allerdings zurückhält, da es „verschollen“ sei
Bill und Fleur heiraten im Fuchsbau – eine schöne Ablenkung in dieser dunklen Zeit.
Doch das Fest wird gestört, als Todesser angreifen.
Harry und seine Freunde entkommen, und dank Hermine haben sie alles dabei, was sie brauchen.
Ab jetzt heißt es: Auf zur Suche nach den Horkruxen.
Auf der Jagd nach den Horkruxen
Die drei finden zumindest heraus, wer R.A.B. ist: Sirius’ Bruder Regulus Arcturus Black.
Er hatte das Amulett gestohlen und gegen ein Duplikat ausgetauscht – jenes, das Dumbledore und Harry im letzten Teil mühsam erkämpft hatten.
Mit Hilfe von Kreacher und Dobby kommen sie dem jetzigen Besitzer auf die Spur: Dolores Umbridge.
Diese hat wieder eine hohe Stellung im Ministerium.
Harry, Ron und Hermine schleichen sich dort ein und schaffen es – wenn auch schwerlich – das Schmuckstück zu entwenden.
Leider wissen sie nicht, wie man es zerstört.
Einfache Zauber helfen nicht.
Doch Hermine findet eine Lösung: Das Schwert von Gryffindor!
Es ist aus Koboldstahl geschmiedet und nimmt Eigenschaften der Dinge an, mit denen es in Berührung kommt.
Da Harry mit einem Basiliskenzahn das Tagebuch zerstören konnte, müsste das Schwert ähnliche Eigenschaften haben.
Darum wollte Dumbledore es ihnen auch vermachen.
Ron aber dreht durch – auch wegen der bösen Wirkung des Horkruxes – und verlässt wütend seine Freunde.
Hermine und Harry ziehen weiter und haben keine Ahnung, wie es weitergehen soll.
Sie beschließen, nach Godric’s Hollow zu gehen, obwohl es dort gefährlich ist.
Hier wurde Harry geboren, und auch Voldemort verbindet mit diesem Ort etwas.
Doch sie geraten in eine Falle: Die Schlange Nagini lauert auf sie.
Die Schlange wird zwar geschlagen, aber wirklich weiter sind sie nicht.
Ein Licht im Wald weist Harry schließlich den Weg zum Schwert – und nur mit Rons Hilfe, der plötzlich wieder auftaucht, überlebt Harry die Suche.
Gemeinsam zerstören sie den Horkrux.
Ron hat durch den Deluminator zu seinen Freunden zurückgefunden – und nun geht es wieder zu dritt weiter.
Die Heiligtümer des Todes
Im Märchenbuch fällt Hermine ein seltsames Zeichen auf, das bereits mehrfach im Film zu sehen war.
Lunas Vater erklärt ihnen die Geschichte der Heiligtümer des Todes:
Ein Tarnumhang, ein Stein, der Tote erwecken kann, und der Elderstab, der mächtigste Zauberstab der Welt.
Doch Lunas Vater verrät Harry an die Todesser, da sie seine Tochter gefangen halten.
So landet Harry in der Gefangenschaft der Malfoys.
Dobby rettet Harry und seine Freunde, sowie Luna, Ollivander und einen Kobold – stirbt aber selbst.
Harry begräbt seinen kleinen Freund.
Währenddessen findet Voldemort in Dumbledores Grab den Elderstab und nimmt ihn an sich.
🎭 Figuren & Darsteller
Ron war hässlich – schon als Kind im ersten Teil – und auch im Finale bleibt er hässlich.
Aber er war zwischenzeitlich wohl mal in der Muckibude. Guter Plan: mit einem netten Körper vom Gesicht ablenken.
Man muss dem Darsteller aber zugutehalten, dass die Witze diesmal sitzen.
Auch Hermine und Harry machen ihre Sache wieder gut und glaubhaft.
Im Großen und Ganzen kann man das aber von der kompletten Besetzung sagen – sogar Bellatrix Lestrange hat in ihren Momenten nicht so extrem genervt wie bisher.
Viele Figuren sah man wieder – erfreulich, dass man für alle die richtigen Darsteller genommen hat:
Madam Maxime, Rita Kimmkorn, Dolores Umbridge, die Malfoys und viele andere.
Das macht alles schön stimmig und gibt ein vertrautes Gefühl.
Sogar Dobby und Kreacher, die man in den letzten Filmen gestrichen hatte, haben wieder Szenen.
Die Technik hat hier einen Sprung gemacht – beide sehen deutlich besser aus als in Teil 2 oder 4.
Das kann man leider nicht von allen Effekten sagen – oft sah man klar, was aus der Trickkiste kam.
Kein Drama, aber bei Kleinigkeiten wie einem Rosenkranz oder einem sich öffnenden Grab hätte man es sicher besser machen können.
Sehr schade: Die Dursleys wurden fast komplett ausgelassen.
Man sieht nur, wie sie die Koffer verladen und wegfahren.
Im Buch bedankt sich Dudley bei Harry – ein schöner Moment, der im Film fehlt und diesen Figuren keinen würdigen Abschied gönnt.
🌀 Handlung & Logik
Die Handlung war an manchen Stellen leicht verwirrend.
Bei der Flucht war unklar, was gerade passiert:
Auf einmal ist Voldemort da, Harry fast bewusstlos, dann verteidigt er sich doch – Voldemort fliegt in Hochspannungsleitungen, die umfallen – und Harry entkommt irgendwie.
Der Tod von Mad-Eye Moody wird dann nur erwähnt – war das im Buch auch so? (Ja, tatsächlich.)
Ähnlich holperig erzählt: Godric’s Hollow.
Hermine und Harry laufen in eine Falle, Nagini greift an.
Der Kampf ist unübersichtlich, es folgt eine Explosion, die Schlange fliegt aus dem Fenster.
Nächste Szene: Morgen danach.
Ist Nagini nun hinüber? Der Film verrät es nicht.
Auch wird nicht erwähnt, dass Nagini einer von Voldemorts Horkruxen ist.
Ron sagt später nur, dass noch drei übrig sind – aber wie?
Buch, Amulett und Ring sind zerstört, das sind drei von sieben – nicht vier. Alles etwas seltsam.
Ein kleiner Fehler: Im Zug nach Hogwarts sind Todesser, und Cormac McLaggen beschwert sich darüber und will seinem Vater Bescheid sagen.
Schön, den gut aussehenden Freddie Stroma nochmal zu sehen – aber was sucht er da?
Im letzten Teil war klar: Cormac ist Gryffindor-Schüler, aber ein Jahr über Harry.
Harry wäre jetzt in der Abschlussklasse – Cormac müsste also längst fertig sein.
Kleiner Schnitzer – aber sei’s drum, Freddie sieht man einfach gern.
Unklar bleibt auch Harrys Spiegelscherbe.
Wer die Bücher nicht kennt, weiß nicht, was sie bedeutet.
Man sieht manchmal eine Person darin, und sie scheint Harry wichtig – aber ohne Erklärung.
(Das war im Buch der Rest eines Zwei-Wege-Spiegels, den er von Sirius geerbt hatte.)
Und der Fuchsbau? Steht wieder da, als wäre nichts gewesen – ohne jede Erklärung.
Wie durch Magie. (Haha.)
✨ Neue Figuren
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Bill Weasley – nur kurz zu sehen, aber schön, dass er es überhaupt in den Film geschafft hat.
Damit – bis auf Percy – alle Weasleys vertreten. -
Xenophilius Lovegood – der Vater von Luna.
Schauspielerisch okay, optisch einen Tick zu viel des Guten, aber das war im Buch ähnlich.
🎬 Hinter den Kulissen
David Yates führte erneut Regie.
Auch Alfonso Cuarón (Teil 3) hatte Interesse gezeigt.
Tragisch: Das Stuntdouble von Daniel Radcliffe verletzte sich bei den Dreharbeiten schwer und ist seitdem querschnittsgelähmt.
Warner plante eigentlich, den Film in 3D zu veröffentlichen, schaffte es aber zeitlich nicht, eine gute Umsetzung fertigzustellen.
Daher erschien Teil 1 nur in 2D, während Teil 2 dann auch in 3D zu sehen war.
✅ Fazit
Trotz der erwähnten Minuspunkte hat mir der Film Spaß gemacht.
Aber erstmals in der Geschichte von Harry Potter fand ich den Vorgänger tatsächlich besser.
Bisher war immer eine Steigerung spürbar, diesmal jedoch nicht ganz.
Die Handlung war hier und da etwas holprig.
Trotzdem bringt das für mich noch immer eine 8 von 10 Punkten aufs Papier (oder den Bildschirm).
Denn schlecht war der Film definitiv nicht – und ich habe die Hoffnung, dass im nächsten Teil, beim großen Finale, alles noch etwas straffer wird.
📊 Bewertungsmatrix – Harry Potter und die Heiligtümer des Todes – Teil 1 (2010)
Story ⭐⭐⭐☆☆ Düster, wichtig, aber erzählerisch holprig; manche Szenen unnötig verwirrend
Darsteller ⭐⭐⭐⭐☆ Trio stark wie gewohnt; Ron überraschend witzig; Nebenrollen stimmig besetzt
Action & Effekte ⭐⭐⭐☆☆ Starkes CGI bei Kreaturen, aber viele sichtbare Trickkisten-Momente
Atmosphäre ⭐⭐⭐⭐☆ Bedrohlich, reif, erwachsen – der „Roadmovie“-Ton funktioniert
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