Nach dem im Jahr 2000 die X-Men ihr Leinwanddebüt geben durften, wurde kurz darauf Marvels Kassenschlager ins Rennen geschickt. Man nahm den Mund ziemlich voll: Endlich habe man die Technik, um Spider-Man so umzusetzen, wie es sich gehört. Also kein Typ mehr, der auf dem Boden liegend so tut, als würde er eine Wand hochklettern, wie es in den 70ern mal gemacht wurde.
🧬 Inhaltsangabe (mit Spoiler)🕷️
Peter Parker ist nicht besonders beliebt in der Klasse – kein
Sportler, eher der Wissenschaftsnerd.
Bei einem Schulausflug zu
Oscorp wird er von einer genetisch veränderten Spinne gebissen. Kurz
darauf entwickelt Peter ungeahnte Kräfte: Er kann Wände
hochklettern, Spinnenfäden schießen und hat einen Gefahrensinn.
Um etwas Geld zu verdienen, geht Peter zum Wrestling. Er hält drei Minuten gegen „Bone Saw“ aus, bekommt aber trotzdem nicht den versprochenen Gewinn. Verärgert lässt Peter einen Ganoven entkommen, der kurz darauf seinen Onkel Ben erschießt. Fortan gilt: Aus großer Kraft folgt große Verantwortung. Peter beschließt, seine Fähigkeiten als Spider-Man für das Gute einzusetzen.
Doch auch bei Oscorp ist einiges los. Norman Osborn verliert seine
Firma an den Vorstand und testet heimlich ein Superserum an sich
selbst. Das Ergebnis: eine zweite Persönlichkeit – der Grüne
Kobold.
Als dieser auftaucht und Chaos stiftet, kommt
es natürlich zum unvermeidlichen Duell. Norman erkennt schließlich,
wer Spider-Man ist – der beste Freund seines Sohnes Harry. Im
Finale tötet sich Osborn versehentlich selbst mit seinem Gleiter.
Peter hält sein Versprechen und verrät niemandem, wer der Kobold
wirklich war. Harry aber glaubt, Spider-Man habe seinen Vater
ermordet.
🎭 Die Darsteller
Ich kannte damals keinen einzigen der Schauspieler, heute ist das
natürlich anders.
Tobey Maguire verkörpert Peter Parker
perfekt: sympathisch, schüchtern, kein Modeltyp – das passt.
Mit
Kirsten Dunst als Mary Jane Watson hatten viele ihre Probleme. Ich
finde sie nicht schlecht, aber fast ein wenig zu brav. MJ sollte
eigentlich frech, glamourös und ein echter Blickfang sein – Dunst
ist mehr die „nette von nebenan“.
James Franco als Harry
Osborn: top. Charmant, hübsch, aber irgendwie immer ein Blender –
ideal.
William Dafoe als Norman Osborn? Tja. Guter Schauspieler,
aber in dieser Rolle für mich fehlbesetzt. Seine Spiegelszene wirkt
unfreiwillig komisch.
Im Daily Bugle überzeugt J.K. Simmons als J. Jonah Jameson, auch wenn seine übertriebene Frisur schreit: „Ich bin Comicvorlage!“ Joe Robertson hingegen wurde verschenkt – aus dem klugen, ruhigen Gegenpol wird hier ein Statist.
🕸️ Comic vs. Film
Man muss sagen: Spider-Man sieht fantastisch aus. Die Bewegungen,
die Dynamik – genau so sollte es sein.
Natürlich gibt es
Änderungen zum Comic:
Das Netz kommt im Film aus Peters
Handgelenken, während er es in den Comics selbst erfunden hat. Ich
finde das im Film aber plausibler. Ein Teenager, der
Hightech-Patronen entwickelt? Wäre unglaubwürdig.
Im Comic hatte Peter drei große Beziehungen: Betty Brant,
Gwen Stacy und Mary Jane Watson.
Eigentlich
war Gwen seine erste große Liebe – und ihr Tod im Comic markierte
den Wechsel ins „Silver Age“, wo Helden plötzlich scheitern
durften. Schade, dass sie im Film keine Rolle spielt. Ich mochte die
Gwen der „Ultimate“-Reihe sehr.
💰 Erfolg & Zeitkontext
Das Budget lag bei 139 Millionen US-Dollar, eingespielt wurden 821 Millionen. Ein Riesenerfolg – und der Startschuss für Marvels Siegeszug auf der Leinwand.
Ein interessantes Detail:
Nach den
Anschlägen vom 11. September 2001 musste eine Szene entfernt werden,
in der Spider-Man ein Helikopter zwischen den Twin Towers einfängt.
Sie war sogar im ersten Trailer zu sehen, wurde aber später
gestrichen.
🧾 Fazit
Der Film ist gelungen, keine Frage – er gefällt mir besser, als
ich erwartet hatte.
Er hat Charme, Humor und ein paar echte
Wow-Momente. Was mir aber auf die Nerven ging, war diese
überpatriotische Szene, in der New Yorker Müll auf den Kobold
werfen und brüllen:
„Wer Kinder bedroht, legt sich mit New York an!“
Klar, 9/11 war frisch, und man wollte Zusammenhalt zeigen – aber subtil ist anders.
Trotzdem: ein starker Superheldenfilm mit Herz, tollen Effekten
und einem sympathischen Peter Parker.
Nur Dafoe als Norman
Osborn und die leicht kitschige Tonalität ziehen es etwas runter.
Ich weiß viele lieben ihn und seinen Wahnsinn, aber mir war es
einfach etwas drüber.
7 von 10 Punkten.
🕷️ Bewertung – Spider-Man (2002)
| Kategorie | ⭐ Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Story | 📖⭐⭐⭐⭐☆ | Klassische Origin, sauber erzählt, emotional rund |
| Darsteller | 🎭⭐⭐⭐⭐☆ | Tobey stark, Dunst zu brav, Dafoe etwas drüber |
| Effekte | 💥⭐⭐⭐⭐⭐ | Für 2002 spektakulär – das Schwingen sieht grandios aus |
| Comic-Treue | 📚⭐⭐⭐⭐☆ | Gute Balance zwischen Vorlage & Kinologik |
| Musik & Atmosphäre | 🎵⭐⭐⭐☆☆ | 2000er-Pathos, patriotisch, aber charmant |
| Humor & Herz | 💖⭐⭐⭐⭐☆ | Sympathisch, manchmal leicht kitschig |
| Gesamt | 🎯 7 / 10 Punkten | Starkes Superhelden-Debüt mit Herz, Humor und nostalgischem Charme |
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