Freitag, 24. Oktober 2025

Halloween - Die Nacht des Grauens (1978)

 Vorwort

Starten wir den Blog mal mit einem Klassiker! Und da bald Halloween ist und wir hier am Horrorfreitag sind, nehmen wir auch gleich den passenden Film: Halloween (Teil 1).
Von den großen Horrorfilmreihen der 70er und 80er Jahre finde ich Halloween am besten. Freddy war mir immer etwas zu albern, Jason zu blöde – und Hellraiser ist nochmal eine ganz andere Sorte Film.
Tatsächlich habe ich aus Nostalgie und als Horrorfan alle Reihen zu Hause. Also: fangen wir einfach an.


Inhalt mit Spoiler

Die Geschichte ist relativ simpel und daher schnell erzählt:
Der kleine Michael Myers bringt in der Halloweennacht seine ältere Schwester mit einem Messer um, nachdem diese Sex mit ihrem Freund hatte.

15 Jahre vergehen, und Dr. Loomis ist der Meinung, dass Michael extrem gefährlich ist – während andere ihn eher für ein menschliches Toastbrot halten, schließlich sagt er nichts und starrt nur vor sich hin. Doch Michael entkommt, und Loomis ist überzeugt, dass der Psycho zurück in seine Heimatstadt fährt, um 15 Jahre nach der Tat erneut zu morden.

In der Stadt hat man Michael inzwischen vergessen. Das alte Myers-Haus gilt als Spukhaus, soll aber bald verkauft werden. Die Kinder haben Angst davor. Laurie, eine Schülerin, hat das Gefühl, beobachtet zu werden – sie sieht Michael im Auto fahren, hinter einer Hecke lauern –, doch ihre Freunde nehmen das nicht ernst.

Laurie ist ohnehin das Mauerblümchen. Während die anderen planen, an Halloween mit ihren Freunden zu pimpern, wird Laurie babysitten. So kommt es dann auch, und Michael schleicht von Haus zu Haus und bringt einen Teenager nach dem anderen um – natürlich immer erst, nachdem gepimpert wurde.

Dr. Loomis ist inzwischen ebenfalls in der Stadt. Er versucht, die Polizei auf Michael aufmerksam zu machen, aber keiner glaubt ihm. Also beschließt der Arzt, selbst einzugreifen, und hält sich in der Nähe des Myers-Hauses auf.

Michael hat sich da längst bis zu Laurie durchgeschlitzt und will auch ihr ans Leder. Sie ist jedoch nicht so blöd wie die vorherigen Opfer und schafft es, ihn zu überwältigen. Im Glauben, er sei tot, schickt sie die Kinder zu den Nachbarn, damit sie die Polizei holen. Doch Michael Myers ist natürlich nicht totzukriegen – über ein Messer lacht er nur (wenn er Geräusche von sich geben würde).

Dr. Loomis wird durch die kreischenden Kinder aufmerksam, schaltet sofort und eilt herbei. Gerade als Michael Laurie umbringen will, erscheint Loomis mit seiner Knarre und schießt den Psychopathen nieder – solange, bis dieser vom Balkon in den Garten fällt.
Die Gefahr scheint vorbei, doch eine Leiche findet man im Garten nicht …


Hintergrund

Scream-Queen Jamie Lee Curtis gibt in Halloween ihr Leinwanddebüt und wird als Laurie noch einige Male mit Michael zu tun bekommen. Zwar hatte sie vorher kleinere TV-Rollen, aber Halloween brachte ihr den Durchbruch.

Der Film selbst stammt vom damals noch sehr jungen John Carpenter. Der Produzent wollte einen Film über einen psychisch kranken Killer machen, Carpenter schrieb daraufhin das Drehbuch mit dem Titel Der Babysittermörder. Da die Handlung an Halloween spielte, änderte man den Titel schließlich.

Das Ganze war eine Low-Budget-Produktion: Carpenter schrieb das Drehbuch, komponierte die Musik und führte Regie. Mit der Regie oder dem Inhalt hatte er allerdings nach Teil 2 nichts mehr zu tun – nur sein Name blieb durch Verträge und seine Musik weiterhin präsent.

Weil das Budget winzig war, wurde vieles improvisiert. Michaels Maske etwa kostete 1,98 Dollar und war ursprünglich eine Captain-Kirk-Maske. Man schnitt die Augen größer aus, malte sie weiß an – fertig war Michael Myers.


Kritik

Damals mag der Film für volle Hosen gesorgt haben, heute wirkt das Ganze eher harmlos. Man kann ihn als Klassiker sehen – fürchten wird man sich aber kaum. Das Tempo ist gemächlich, Spannung kommt selten auf. Szenen wie Michaels Verkleidung als Geist steigern eher den Spaßfaktor, und dass man am Ende Michaels Gesicht sieht, war ein Fehler: Gebt dem Bösen kein Gesicht! Gerade das machte doch den Reiz von Halloween aus – ein gesichtsloser Irrer, der ohne Motiv tötet.

Frauenfeindlich?

Der Film löste nicht nur Diskussionen über Gewalt aus, sondern auch über Frauenbilder. Kritiker sahen die Frauenrollen als herabgesetzt: ständig geil, ständig Opfer, ständig auf Rettung wartend.
Ganz falsch ist das nicht – die ersten Brüste sieht man schon nach fünf Minuten, und Lauries Freundinnen wollen tatsächlich nur poppen. Laurie selbst wird am Ende von Loomis gerettet. Allerdings hat sie sich zuvor erfolgreich gewehrt und Michael mit einem Messer attackiert – völlig hilflos ist sie also nicht.

Einfluss

Halloween war der erste wirklich erfolgreiche Film seines Genres und ebnete den Weg für Slasher wie Freitag der 13. oder Nightmare on Elm Street.
Ungewollt legte er sogar die berühmten „Scream-Regeln“ fest:
Kein Sex, keine Drogen – und sag niemals „Ich bin gleich zurück!“.

Kleine Kuriosität: In Scream läuft im Fernsehen eine Szene aus Halloween, und im siebten Teil der Halloween-Reihe wiederum läuft Scream im TV – so schließt sich der Kreis.


Fazit

Mit Sicherheit ein Klassiker des Slasherfilms, der das Genre geprägt hat. Die Figur Michael Myers ist gelungen, besser als Jason aus Freitag der 13., aber die Handlung bleibt mir persönlich zu simpel. Trotz des guten Soundtracks wollte sich bei mir keine echte Spannung einstellen. Aber das ist, denke ich, eher mein persönliches Problem – ich finde diese Slasherfilme einfach eher lustig. Der dunkle Mann kommt und bestraft die Sünder. Genau so funktionieren diese Filme ja meist: Hat eine Figur Sex und ist somit sündig, weiß man, dass sie den Film nicht überleben wird.

Man muss außerdem bedenken, dass der Film aus einer anderen Zeit stammt. Heute sind Filme deutlich härter als damals. Nimmt man Saw als Vergleich, dann ist Halloween wirklich brav. Damals war es ja schon kontrovers, dass man überhaupt Brüste sah.

Der Film ist ein Wegbereiter. Jamie Lee Curtis ist in ihrer Rolle stark, und von den alten Slashern ist Halloween sicher einer der besseren. Für mich ist der Film okay – kann man sich im Oktober gut ansehen. Für mich aber kein Meisterwerk, auch wenn er bei vielen Kultstatus genießt.

Meine Wertung: 7 von 10 Punkten.

KategorieBewertungKommentar
Story🔪⭐⭐⭐⭐☆Klassiker mit einfacher, klarer Struktur
Darsteller👩‍🦰⭐⭐⭐⭐⭐Jamie Lee Curtis trägt den Film
Effekte💀⭐⭐⭐☆☆Low Budget, aber funktional
Spannung😱⭐⭐⭐☆☆Aus heutiger Sicht eher gemäßigt
Soundtrack🎵⭐⭐⭐⭐⭐Legendär und zeitlos
Einfluss🧠⭐⭐⭐⭐⭐Hat das Genre geprägt
Gesamt🎯 7/10 PunktenEin echter Wegbereiter
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