Das weiß ich noch ziemlich genau – die Buchvorlage bekam ich von meinem Onkel zum Geburtstag geschenkt.
„Super, ich kriege ’n Kinderbuch zum Geburtstag...“, dachte ich damals und gab es erst mal meinem Bruder zum Lesen.
Der war begeistert – und irgendwann habe ich es dann auch gelesen und war ebenfalls hin und weg!
Gut, es ging nicht so weit, dass ich mich für Teil 4 in Harry-Potter-Verkleidung nachts vor Buchhandlungen gestellt hätte, aber die Bücher kaufte ich mir schon direkt nach Erscheinen.
Inhalt mit Spoiler
Es ist 1991 und Harry Potter wird bald elf Jahre alt.
Er lebt
bei seiner Tante, deren Mann und Sohn, in einer Besenkammer unter der
Treppe.
Während Cousin Dudley alles bekommt, muss Harry mit
sehr wenig auskommen und wird schlecht behandelt.
Aber an seinem elften Geburtstag ändert sich alles: Der Halbriese
Hagrid holt Harry ab, um ihn nach Hogwarts, der Schule für Hexerei
und Zauberei, zu bringen.
Denn Harry ist – wie seine
verstorbenen Eltern – ein Zauberer.
In der Winkelgasse werden die nötigen Einkäufe erledigt, und
schon geht es auf Gleis 9 ¾ zum Zug nach Hogwarts.
Auf dem
Bahnsteig lernt Harry die Weasleys kennen, besonders Ron, mit dem er
sich sofort anfreundet.
Jeder, der erfährt, dass er Harry Potter ist, behandelt
ihn wie einen Star – schließlich hat er als einziger einen Fluch
des bösen Zauberers Voldemort überlebt.
Voldemort hatte die
Zaubererwelt in Angst und Schrecken versetzt, ist aber verschwunden,
nachdem er Harrys Eltern ermordet und an ihm gescheitert war.
An der Schule wird Harry dem Haus Gryffindor
zugeteilt, zusammen mit Ron.
Draco Malfoy macht er sich gleich
am ersten Tag zum Feind.
Neben Schulleiter Dumbledore gibt es
weitere prägnante Lehrer: die strenge McGonagall, den stotternden
Professor Quirrell (Verteidigung gegen die dunklen Künste) – und
natürlich den finsteren Snape, der Harry nicht ausstehen kann.
Das Schuljahr beginnt gut: Harry wird in die
Gryffindor-Quidditch-Mannschaft aufgenommen – als jüngster Sucher
aller Zeiten.
Doch schon bald häufen sich merkwürdige
Ereignisse:
Ein Troll in der Schule, ein dreiköpfiger Hund, ein
geheimnisvoller Stein, und Snape scheint hinter allem zu stecken.
Am Ende finden Harry, Ron und Hermine heraus, dass der Hund
„Fluffy“ den Stein der Weisen bewacht – ein
mächtiges Artefakt, das Voldemort zur Rückkehr verhelfen
könnte.
Doch der wahre Feind ist Professor Quirrell, der den
Geist Voldemorts auf seinem Hinterkopf trägt.
Harry besiegt
ihn, der Stein wird vernichtet – und das Schuljahr endet.
Dumbledore erklärt Harry, dass Snape ihn beim Quidditch-Spiel
geschützt hatte – und dass Voldemort früher oder später
zurückkehren wird.
Harry kehrt in den Sommerferien zu seiner
Tante zurück.
Kritik
Der Film war ein riesiger Erfolg, und die folgenden Verfilmungen
wurden von Fans sehnsüchtig erwartet – als Ersatzdroge während
der buchlosen Zeit.
Trotzdem war das Echo auf Teil 1
überraschend verhalten – und das zu Recht.
Erste Kritikpunkte:
Der Film weicht
stellenweise vom Buch ab – was völlig okay ist, weil man nie alles
1:1 übernehmen kann.
Aber optisch störte mich die ganze Zeit
Harrys Frisur!
Im Buch wird sie als wild und
kraus beschrieben – hier sitzt sie perfekt, egal was passiert.
Effekte & Ausstattung:
Schon damals
hätte man technisch mehr herausholen können.
Viele Effekte –
Troll, Hund, Besenflug – wirken unecht.
Auch sonst sieht alles
zu sauber und neu aus: der Hogwarts-Express, die Schuluniformen, die
Requisiten – nichts davon vermittelt den Eindruck, seit
Generationen in Gebrauch zu sein.
Das nimmt dem Film jegliche
Tiefe.
Darsteller:
Man darf von Kindern nicht zu
viel erwarten, aber das Spiel von Ron und Harry war schwach – und
das von Hermine sogar noch etwas hölzerner.
Draco Malfoy mit
seinen schmierigen Haaren wirkt zusätzlich lächerlich.
Nur
einige Nebenrollen, etwa Snape oder McGonagall, überzeugen wirklich.
Inszenierung:
Das größte Problem ist aber
der Ton des Films.
Natürlich ist es ein Kinder- bzw. Jugendbuch
– doch Chris Columbus hat die Geschichte so extrem auf das junge
Publikum zugeschnitten, dass kaum Zauber übrig bleibt.
Der Film
wirkt wie ein bunter Bonbon – hübsch, aber ohne Nachgeschmack.
Man merkt, dass Columbus eher im Familienfilm zu Hause ist als im Fantasy-Genre.
Quidditch – ein undurchdachter Sport
Schon im Buch fand ich Quidditch ziemlich dämlich, da kann der
Film nichts für.
Aber: Ein Sport, bei dem der Sucher durch das
Fangen eines Balls automatisch gewinnt, ist einfach schlecht
durchdacht.
Warum spielt man überhaupt noch Tore aus, wenn am
Ende sowieso derjenige gewinnt, der den goldenen Schnatz fängt?
Sinnvoller wäre es, gäbe der Schnatz weniger Punkte – etwa
50.
Die Idee, dass der Fang des Schnatzes das Spiel beendet, ist
an sich clever – aber mit 150 Punkten macht sie das ganze Spiel zur
Farce. Der Sucher ist automatisch der Held, egal wie schlecht sein
Team war. Das ist nicht Sport, das ist Storytelling.
So wie es
ist, bleibt Quidditch für mich: Dämliche Regeln, dämliches
Spiel.
Unterschiede zwischen Buch und Film
Es sind meist Kleinigkeiten:
Bei den Dursleys wird vieles ausgelassen.
Die Schokofroschkarte mit Nicolas Flamel entfällt.
Man sieht nur ein Quidditch-Spiel.
Peeves, der Poltergeist, fehlt komplett.
Das fällt nicht stark ins Gewicht, aber wer die Bücher kennt, bemerkt es natürlich.
Fazit
Ein durchwachsener Film
– aber (damals) der erfolgreichste der Reihe.
Gleichzeitig
legte er den Grundstein für vieles, was die späteren Filme besser
machten.
Für mich ist es der
schwächste Teil der Serie: zu bunt, zu brav, zu glattgebügelt.
Die
Kinderdarsteller mussten erst noch in ihre Rollen hineinwachsen –
und wurden ja auch wirklich von Teil zu Teil besser. Hier aber war’s
eben noch das untere Ende des Zauberstabs.
Schaue ich den Film
trotzdem ab und zu, obwohl er nicht gut ist? Ja – das ist wohl der
Fluch von Harry Potter: Wer die Reihe schaut, fängt eben nicht bei
Teil XY an, sondern bei 1, auch wenn der noch eher nach Kürbissaft
als nach Butterbier schmeckt.
Von mir daher nur
4 von 10 Punkten.
Sicher lacht irgendwo nun der, dessen Name nicht genannt werden darf
– weil Harry diesmal wirklich versagt hat.
⚡ Bewertung – Harry Potter und der Stein der Weisen (2001)
| Kategorie | ⭐ Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Story | 📖⭐⭐⭐☆☆ | Klassischer Auftakt, aber zu brav inszeniert |
| Darsteller | 🎭⭐⭐⭐☆☆ | Kinder noch unsicher, Nebenrollen stark |
| Effekte & Ausstattung | 💫⭐⭐⭐☆☆ | Damals okay, heute sichtbar gealtert |
| Regie & Ton | 🎬⭐⭐☆☆☆ | Columbus zu familienfreundlich – Magie bleibt flach |
| Atmosphäre | 🏰⭐⭐⭐☆☆ | Schön bunt, aber steril – zu wenig Zauber |
| Nostalgie-Faktor | 🕯️⭐⭐⭐⭐☆ | Der Anfang von allem – trotz Schwächen Pflichtprogramm |
| Gesamt | 🎯 4 / 10 Punkten | Solider Start, aber mehr Zucker als Zauber – die Reihe sollte noch wachsen |
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