Samstag, 25. Oktober 2025

Zwei Asse trumpfen auf (1978)

 
Ich habe zwei Boxen mit Bud Spencer und Terence Hill – einmal die Monster Box, da sind die bekannten Filme drauf, wie dieser, und dann noch eine mit eher unbekannteren Filmen. Diese Art Filme sind für mich irgendwie Nostalgie pur. Das ist Kindheit: Wenn in den 80ern mal Bud Spencer irgendwo lief, wusste man, was man bekam – Bud und Terence verhauen wegen irgendwas Leute und reißen dabei Sprüche.
Es sind relativ viele Filme, die da vor uns liegen, aber ich hab die Filme – und wenn ich einen Film hab, wird er geschaut und landet irgendwann hier. Und vielleicht findet sich ja die eine oder andere Perle zwischen den Filmschinken.


Inhaltsangabe mit Spoiler

Alan ist Spieler und verzockt sein Geld. Er steht schon in der Kreide, als er einen todsicheren Tipp beim Pferderennen bekommt, da Gangster ein Rennen getürkt haben. So leiht er sich noch einmal von einigen Halunken Geld und setzt alles auf einen Außenseiter. Es kommt, wie es kommen muss: Das Pferd verliert, und Alan hat nun ein Problem, da die Typen ihm ans Leder wollen.
Er versteckt sich bei seinem Onkel, der immer etwas von einem Schatz redet, und flieht schließlich vor den Typen mit der Schatzkarte zum Hafen – sein einziges Versteck ist ein kleines Boot.

Dieses Boot gehört Charlie, der für Puffinmarmelade eine Tour über den Ozean macht – nur er, sein Papagei und kistenweise Puffinmarmelade, von der er sich ernähren will. Er wirft den Mist aber bei der ersten Gelegenheit über Bord und freut sich, so leicht eine Stange Geld zu verdienen. Doch er hat nicht mit seinem blinden Passagier gerechnet, der ihm das Essen stiehlt. Als er ihn enttarnt, will er ihn bei nächster Gelegenheit loswerden, doch Alan will zum Schatz und manipuliert den Kompass, um auf die richtige Route zu kommen.
Das führt, als sie vor der Insel liegen, zum Streit, und beide gehen über Bord und stranden auf dem Eiland, während das Schiff herrenlos davonfährt.

Wenn sie nun schon da sind, wollen sie nach einigem Streit auch den Schatz suchen. Sie treffen hier auf einen Japaner, der immer noch glaubt, dass der Zweite Weltkrieg nicht vorbei sei, und auf eine Gruppe von Einheimischen, die sie nach einem Aufnahmekampf aber als Freunde sehen.
Doch dann landen Piraten auf der Insel, die regelmäßig Einheimische als Sklaven entführen und verkaufen. Klar, dass die einen Satz heiße Ohren bekommen und vertrieben werden. Laut der Karte muss der Schatz direkt beim Japaner sein, und so wird ein alter Panzer in die Gänge gebracht und dessen Lager gestürmt. Der Japaner ergibt sich schließlich, und es stellt sich heraus, dass er mit Big Mama, dem Oberhaupt der Eingeborenen, etwas hatte und Vater der meisten Einheimischen ist.
Alan und Charlie bringen beide zusammen, sie heiraten, und als Dank zeigt der Japaner tatsächlich seinen Schatz – einen Keller voller Geld. Doch wie er sagt, sind das leider alles Blüten. Das bekommt aber nur Alan mit, der sich nicht traut, Charlie etwas zu sagen.
Dann tauchen noch Alans Gläubiger auf, die von seinem Onkel eine neue Karte bekommen haben und ebenfalls den Schatz wollen. Sie tun sich mit den Piraten zusammen, aber auch das hilft nichts – wieder werden sie von Alan und Charlie verhauen.
Charlie bekommt ein Gespräch mit und glaubt, Alan wolle ihn betrügen. Daher schnappt er sich das Geld und will weg. Alan kann es aufklären; man übergibt die Blüten schließlich an die Marines, die man anfunken kann. Hier stellt sich heraus, dass das Geld echt ist. Man hatte damals den Japanern das Gerücht untergeschoben, dass es Blüten seien, damit sie das Geld als wertlos erachten. Nur ein Mann (Alans Onkel) wusste, wo das Geld versteckt war, und man ist sehr dankbar, dass die beiden so ehrlich waren. Außerdem ist noch die Statue in dem Geldhaufen, die Alan von den Eingeborenen bekommen hat – sie wird in ein Museum gebracht und war ebenfalls sehr wertvoll.
So haben beide am Ende mal wieder nichts abgreifen können, sich aber wenigstens richtig verhalten.


Anmerkungen

Neben Bud Spencer, der Charlie spielt, und Terence Hill, der Alan verkörpert, ist noch Louise Bennett-Coverley als Mama dabei gewesen. In Jamaika war sie eine bekannte Sängerin und Schriftstellerin; sie wird zu den bedeutendsten Menschen Jamaikas des 20. Jahrhunderts gezählt. Leider verstarb sie schon 2006. Ihr Filmsohn Anulu wird von Sal Borgese verkörpert, einem Schauspieler und Stuntman aus Italien, der bei einigen Filmen des Duos mitgewirkt hat – etwa bei Freibeuter der Meere, Der Supercop oder Zwei sind nicht zu bremsen.
In den Extras, die auf der DVD enthalten sind und sich durchaus lohnen, erwähnt er, dass er mit seiner Rolle gar nicht so glücklich war. Anulu wird im Film ja als ziemlicher Trottel hingestellt, und er war zum Film gekommen in der Annahme, als Stuntman zu arbeiten, bekam dann aber eine richtige Rolle. Er bedauert heute ein wenig, sich damals bei Szenen quer gestellt zu haben, weil sie ihm zu albern vorkamen, da er noch heute viel positives Feedback für seinen Auftritt bekommt.


Die Rolle des Japaners, der noch immer im Zweiten Weltkrieg feststeckt, ist natürlich inspiriert von der Geschichte von Onoda Hiro. Der kämpfte im Dschungel tatsächlich noch bis Anfang der 70er Jahre für Japan, da er Meldungen, dass der Krieg vorbei sei, nicht mitbekommen hatte oder sie als Trick des Feindes deutete. Erst als man seinen alten Vorgesetzten ausfindig machte und der ihm 1974 sagte, der Krieg sei wirklich aus, kapitulierte auch er.
Im Film heißen seine Vorgesetzten eigentlich Toyota und Kawasaki. Dies hat man wegen der Markenrechte – weil man keine Schleichwerbung machen wollte – nicht mit in die deutsche Synchronisation übernommen.

Die Puffinmarmelade gab es natürlich nicht wirklich. Übers Internet kann man aber Puffin-Artikel bestellen, die in München hergestellt werden.
Das exotische Ambiente war eigentlich gar nicht so exotisch: Der Film wurde fast komplett in Miami gedreht, genauer gesagt auf der Halbinsel Key Biscayne nahe Miami und in einem verlassenen Zoo in der Nähe. Miami ist ja für einige Filme des Duos Kulisse gewesen – der Grund ist einfach: Man bekam sehr leicht eine Drehgenehmigung in Miami.

Der Film hat eine Laufzeit von 110 Minuten und stammt aus dem Jahr 1981.


Fazit

Ich hatte echt nichts von dem Film erwartet und wurde sehr, sehr positiv überrascht, denn der Film hat mir tatsächlich eine Menge Spaß gebracht. Das liegt vor allem daran, dass wir mal einen Film hatten, der eine richtige Story hatte.
Für gewöhnlich wirken die Filme meist so, dass man Massenprügeleien hat und um diese irgendeine Story spinnt. Das ist bei diesem Film anders: Das unfreiwillige Zusammentreffen, die Schatzsuche, die Erlebnisse auf der Insel – das bringt alles Spaß, und dann machen auch die Prügeleien Laune.
Der Soundtrack mag nicht von Oliver Onions gewesen sein, war aber auch eingängig genug, dass er einem noch zehn Minuten, nachdem der Film aus ist, im Ohr liegt.
Alles genau, wie man es bei so einem Film haben möchte. Wenn die anderen beiden Filme auch in der Art sind, habe ich noch etwas, auf das ich mich freuen kann.

Für den aktuellen Film mache ich dann mal verdammt gute 8 von 10 möglichen Punkten locker!

KategorieBewertungKommentar
Story🗺️⭐⭐⭐⭐⭐Überraschend rund & unterhaltsam
Darsteller👊⭐⭐⭐⭐☆Bud & Terence mit Charme und Tempo
Humor😂⭐⭐⭐⭐⭐Locker, witzig, sympathisch
Action💥⭐⭐⭐⭐☆Klare Szenen, nicht zu überladen
Musik🎵⭐⭐⭐⭐☆Ohrwurm auch ohne Oliver Onions
Nostalgie🕶️⭐⭐⭐⭐⭐80er-Gefühl in Reinform
Gesamt🎯 8/10 PunktenEiner der besten aus der „zweiten Reihe“

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