Wenn man mit wenig Geld viel Geld macht, denkt man sich wohl: „Das klappt bestimmt nochmal.“
Und so durfte Mikey ein weiteres Mal auf die Kinobesucher losgelassen werden. Also, Messer raus – los geht’s:
Inhalt mit Spoiler
Der Film beginnt, wie der erste endet: Loomis rettet Laurie mit sechs Schüssen vor Michael, der vom Balkon stürzt – und plötzlich ist der Körper verschwunden. Laurie kommt ins Krankenhaus, Loomis zur Polizei. Er ist überzeugt: Michael lebt!
Die Nachrichten warnen, die Bürger halten Ausschau nach Myers. Als Loomis jemanden mit der Maske über die Straße laufen sieht, will er schießen, wird aber vom Polizisten gestoppt. Sekunden später wird der Maskierte von zwei Autos zerquetscht und verbrennt. Die Polizei glaubt: Myers ist tot.
Loomis traut dem Braten nicht und lässt die verkohlte Leiche untersuchen. Der Zahnarzt soll bestätigen, ob es wirklich Michael ist.
Laurie wird währenddessen im Krankenhaus sediert – schließlich müssen die Schwestern ja ungestört vögeln können. Doch das Telefon ist tot, der Wachmann schaut nach und findet heraus, dass jemand die Leitung – und ihn – durchschnitten hat. Michael ist unterwegs, um zu beenden, was er begonnen hat.
Nach und nach erwischt er das Personal, während Laurie ahnungslos vor sich hindämmert.
Loomis erfährt derweil, dass der Tote etwa 17 war – Michael wäre 31 (was später noch für Verwirrung sorgt). Außerdem taucht eine geheime Akte auf: Laurie ist Michaels Schwester! Er will offenbar seine Familie vollständig auslöschen. Also ab zum Krankenhaus.
Während Laurie flieht, erscheint Loomis im letzten Moment, schießt Michael nieder, doch der steht wieder auf. Laurie trifft ihn ins Gesicht – Resultat: zwei blutige Augen, aber kein Ende. Loomis und Laurie öffnen die Gasflaschen, Laurie flieht, Loomis zündet alles an – Boom. Happy End.
Anmerkungen
Ich gebe zu, ich hätte die Zusammenfassung ernster schreiben können – aber der Film hat so viel Inhalt wie ein Goldfischglas. Man könnte es auch kürzer sagen: Michael ist da, hat ein Messer, bringt Leute um und fliegt in die Luft.
Was mir gleich auffiel: Die Rückblenden sind dunkler, man sieht nicht mehr richtig, wie Laurie Michael die Maske abzieht. Ein kleiner, aber guter Trick – das Gesicht bleibt verborgen. Zeigt ihn nicht, genau das ist das unheimliche an ihm. Wenn da irgendein Slot unter ist nimm man ihn nicht mehr ernst.
Zensur und Schnitzer
Frauen in kochendem Wasser zu ersäufen ist offenbar nicht nett – deshalb fehlt die Szene in der deutschen Fassung.
Auch sonst war man bei der Synchronisation eher schlampig:
Einmal ist von drei Leichen die Rede, obwohl erst zwei gefunden wurden. Und Loomis behauptet, Michael sei 31. Wir wissen aber aus Teil 1: Mit fünf seine Schwester getötet, danach 15 Jahre Anstalt – also 20, nicht 31. Vielleicht war ein Zwanzigjähriger einfach nicht gruselig genug.
Und dann die Schnitte:
Nicht nur Michael war fleißig mit dem Messer – auch die Prüfstelle mit der Schere. Selbst die 18er-Version ist spürbar gekürzt. Carpenter hatte den Film schon fertig, aber Testpublikum und er selbst fanden ihn zu langweilig. Also wurden Blut-Szenen nachgedreht. Man wollte ja nicht, dass Michael plötzlich harmlos wirkt.
🎃 Hintergrund & Trivia zu Halloween II – Das Grauen kehrt zurück (1981)
Produktionsjahr: 1981
Laufzeit: 92 Minuten
Regie: Rick Rosenthal
Drehbuch: John Carpenter & Debra Hill
Musik: John Carpenter & Alan Howarth
Produktion: Dino De Laurentiis / Universal Pictures
Budget: ca. 2,5 Millionen US-Dollar
Einspielergebnis: rund 25 Millionen US-Dollar (USA Kinokasse)
🧠 Entstehung
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Nach dem sensationellen Erfolg von Halloween – Die Nacht des Grauen (1978) wollte das Studio unbedingt eine Fortsetzung.
John Carpenter und Debra Hill hatten aber eigentlich keine Lust, noch einmal dieselbe Geschichte zu erzählen.
Sie schrieben das Drehbuch trotzdem – vor allem aus finanziellen Gründen – und überließen die Regie Rick Rosenthal, der damals sein Spielfilmdebüt gab. -
Carpenter sagte später offen, dass er das Script „betrunken in einer Nacht geschrieben“ habe, weil ihm keine gute Fortsetzungsidee einfiel.
Deshalb kam die bis heute umstrittene Wendung dazu, dass Laurie Strode Michaels Schwester ist – eine spontane Entscheidung, um den Film zu rechtfertigen.
🔪 Unterschiede zum Original
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Der Film setzt direkt nach Teil 1 an – im Prinzip ist es dieselbe Nacht, was ihn zu einem echten Back-to-Back-Sequel macht.
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Carpenter war mit Rosenthals eher zurückhaltender Inszenierung unzufrieden. Nach Testvorführungen drehte er selbst einige zusätzliche, brutalere Szenen, um den Film blutiger zu machen.
→ Deshalb fühlt sich Teil 2 härter und grafischer an als der atmosphärisch-ruhige Vorgänger. -
Kameramann Dean Cundey (der schon Teil 1 filmte) war wieder an Bord und sorgte für den typischen Halloween-Look.
🧍♂️ Darsteller
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Donald Pleasence kehrt als Dr. Loomis zurück.
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Jamie Lee Curtis trägt hier erstmals eine Perücke, weil sie sich für einen anderen Film die Haare hatte abschneiden lassen.
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Dick Warlock übernahm die Rolle von Michael Myers. Seine stoische, langsamere Darstellung unterschied sich deutlich von Nick Castle im ersten Teil.
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Nancy Stephens (die Krankenschwester) kehrt ebenfalls zurück – sie spielt dieselbe Figur, Marion Chambers.
⚰️ Zensur & Fassungen
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In Deutschland erschien der Film zunächst stark geschnitten und erst Jahre später uncut auf DVD/Blu-ray.
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Die US-TV-Fassung enthält hingegen neue Szenen, die nachgedreht wurden, um die fehlenden Gewaltszenen zu kompensieren – also quasi das Gegenteil.
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Durch die vielen Fassungen (Kino-, TV-, Extended-, Unrated-Cuts) gibt es teils unterschiedliche Dialoge und Musikstücke.
💸 Erfolg & Wirkung
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Der Film war mit einem Einspielergebnis von ca. 25 Mio. Dollar ein großer kommerzieller Erfolg, wenn auch schwächer als der erste Teil (der über 70 Mio. einspielte).
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Er gilt heute als einer der besseren Slasher-Sequels der frühen 80er, auch wenn viele Fans die Einführung der Familienbindung als unnötig empfinden.
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Nach Teil 2 wollten Carpenter und Hill die Reihe eigentlich ohne Michael Myers fortsetzen – das führte zu Halloween III – Season of the Witch (1982), der ohne ihn auskommen sollte.
🩸 Fun Facts
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Der Arbeitstitel lautete „Halloween II – The Hospital“.
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Der Sauerstoff-Explosions-Effekt am Ende wurde mit echten Gasflaschen auf einem Studiogelände gedreht.
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Dick Warlock bekam für seine Stunts ganze 1.000 Dollar Wochenlohn – ein Bruchteil dessen, was ein Stuntman heute bekäme.
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Carpenter selbst nannte den Film später „solide, aber uninspiriert“.
Fazit
Direkter kann eine Fortsetzung kaum sein.
Man fragt sich allerdings schon hier, was danach noch kommen soll – schließlich fliegt Michael in die Luft. Aber natürlich kamen noch sechs Teile (ohne Remakes!).
Schon jetzt zeigen sich Abnutzungserscheinungen: Ein stummer Irrer mit Messer bietet halt wenig Spielraum.
Der Vorteil: Weil der Film direkt nach Teil 1 ansetzt, fühlt sich beides fast wie ein einziger langer Halloween-Film an.
Von mir gibt’s 5 von 10 Punkten – mehr ist da einfach nicht drin.
🎃 Bewertung – Halloween II (1981)
| Kategorie | ⭐ Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|
| Story | 🔪⭐⭐☆☆☆ | Kaum neue Ideen – Michael läuft, Leute schreien, fertig |
| Darsteller | 🎭⭐⭐⭐☆☆ | Curtis & Pleasence retten, was zu retten ist |
| Atmosphäre | 🌕⭐⭐⭐☆☆ | Krankenhaus bietet nettes Setting, aber wenig Spannung |
| Effekte & Gewaltgrad | 💉⭐⭐⭐☆☆ | Etwas mehr Blut, aber kein Nervenkitzel |
| Regie & Spannung | 🎬⭐⭐☆☆☆ | Handwerklich okay, ohne Carpenters Gespür für Timing |
| Musik & Sound | 🎵⭐⭐⭐☆☆ | Bekannte Halloween-Klänge – solide, aber generisch |
| Kultfaktor | 🧟⭐⭐⭐☆☆ | Nostalgie ja, Innovation nein |
| Gesamt | 🎯 5 / 10 Punkten | Mittelmäßiges Slasher-Sequel – atmosphärisch nett, aber ideenlos. Nur für Komplettisten. |
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